2001-037-041 

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2001 06 28 Kootenay und

Radium Hot Spring

Donnerstag 28. Juni 2001

 

Kootenay Nationalpark

 mit Radium Hot Spring und Dutch Creek

 

 

Bow Pass und Highway

 

Bow Lake

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bow Lake - Gletscher

 

Bei Castle Junction verließen wir das Bow-Valley, überquerten den Bow-River, ließen den Trans Kanada Highway im Banff- und Jasper-Nationalpark hinter uns und fuhren in den Yoho-Nationalpark, anschließend in den Banff-Windermere-Parkway hinein.  Radium Hot-Spring 105 km war angeschrieben.

Eine dicke, tief-graue Wolke über dem Yoho-Nationalpark ließ uns erschauern. Weite Flächen von Murray’s Kiefern  haben sich hier angesiedelt. Beim Vermillion Pass konnte man die ehemalige Wald-Brandfläche vom Juli 1968 (4 Tage auf 2440 Hektar)  die durch Blitzschlag entstand, sehen. Die dunklere Bewaldung aus Fichten und Tannen haben das Feuer nicht erreicht.

 

 

 

Bow Lake Lodge – mit rotem Dach

 

 

 

 

Der helle Murray-Kiefernwald konnte sich östlich der Storm Mountains nach dem Waldbrand in reiner Form ausbreiten.

 

Bow Lake

 

Kootenay-National-Park   Bis zu 150 Waggon hat ein Zug

CCin den Kootenay-National-Park, ließen Alberta hinter uns mit dem schlechten Wetter und betraten auf leisen vier Rädern British Columbia.

 

           Britisch Columbia     Kootenay-National-Park

 


Kootemik kommt aus dem indianischen und heißt ‚Ort des heißen Wassers‘. Der Kootenay National-Park wurde 1919 gegründet und ist 1406 qkm groß.

Durch den ausgewaschenen 600 m langen, enge, und wildromantischen Marble-Canyon (Marmor-Schlucht) rauscht das Wasser des Tokumm Creek der in den Vermilion-River fließt.

 

Blüten am Wegesrand

 

 

Jenseits des Vermilion-River gibt e ein Gebiet rötlich-gelb-gefärbter Erd-Kuhlen, wo der Lehmboden von stark eisenhaltigem Wasser eingefärbt wurde. Die drei sogenannten Paint Pots (Farbtöpfe) benötigten die Indianer für ihre Körperbemalung. Bei Mineralecke sieht man diese Farbtöpfe bzw. Lehmablagerungen mehrmals. Elche, Wapiti- und Maultierhirsche lecken gerne an diesen Mineralien.

 

 

Die Behänge mit den satt-grünen Wäldern strotzten vor Gesundheit und sind vom Feuer verschont geblieben.

Gemächlich schlängelt sich im breiten Bett der Kootenay-River neben uns.

Halbzeit für unseren Urlaub war heute. Die Bilanz endlich zwei Nächte ohne Heizung, der Rest versank des öfteren in Niesel- und Regenschauer. Mehr als erfolgreich beim  Betrachten von freilebender Tieren. Hauptsächlich in den höheren Lagen lässt das Wetter zu wünschen übrig.

Am Kootenay Aussichtspunkt konnten wir seltene Schwarzlärchen zwischen den übrigen Fichten und Tannen erkennen. Aus dem schwarzen Gestein gab es schöne Schieferplatten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Radium Hot Spring

1841    Sir George Simpson, the governor of the Hudson's Bay Company, makes the first recorded visit to the springs. He bathes in a gravel pool just big enough for one person.

 

http://www.parkscanada.gc.ca/parks/enterprise/hotsprings/English/history_e.htm

 

 

Radium Valley

 

Radium Hot Spring liegt an einem Engpass der Kalkreichen Mountains. Die Heißen Quellen wurden von den Indianern genutzt und offiziell 1841 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es war damals ein Kiesbecken für eine Person. Roland Stuart kaufte für 160 Dollar das Terrain und machte eine Badeanstalt daraus. Die 44 Grad heiße Quelle wird auf 39 Grad herunter gekühlt und hat verschiedene Mineralien darinnen.

 

Besuch im Radium Valley

Down oder wie man schön sagt kaputt ist man hinterher und man sollte sich mindestens eine Stunde ausruhen. Das machten wir am Campingplatz in Fairmont Hot Spring am Columbia Lake.

Margeriten blühten entlang der Straße, am Valley oder Creeks rechts und links.

Ein kräftiger Wind kämmte das Wasser des Columbia-Lake und setzte kecke weiße Häubchen darauf. Im gegenüberliegenden Gebirgszug versteckte sich der blaue Himmel hinter einer dunkel-grauen zu erwartenden Gewitterwolke.


B.C.  White Tail Deer am Dutch-Creek-RV-Resort

 

Der Campground am Dutch-Creek zweigte vom Highway ab, ging parallel zurück und wir dachten an Lärm.

Die Überraschung war perfekt. Dutch-Creek-RV-Resort (Box 63, Fairmont Hot Springs, BC V0B 1LO – Phone: 1 250 345-6558, musste man in Hochsaison reservieren, ansonsten geht es so wie uns, wir bekamen nur für eine Nacht einen Platz. Die folgenden waren ausgebucht, wegen des Kanada Days. Platz 42 für 24,61$ lag eingebettet von dunkel-grünen Zedern und mint-grünen Zedern-Büschen am Butterfly-Creek. Die Zeder gehört zu meinem ‚Pulsierenden Baum-Horoskop‘ und ist das Baum-Horoskop-Zeichen von Hans (9.2.-18.2.).

 

Sonnenuntergang

 

Das Rinnsal plätscherte unermüdlich zwischen weiß-blühenden Steinbrecht, Schafgarbe und leuchten gelben ‚Susanne mit dem Braunauge‘ dahin.

Hans holte das Sonnendach hervor, stellte seinen Grill auf und ich verdrückte mich auf Erkundungssuche. Die gute Laune blieb atemberaubend in mir, obwohl mich die engen Kurven, Kehren und Serpentinen, die hinter uns lagen, laut Landkarte ein Landschaftserlebnis erster Klasse, war, etwas ängstlich gemacht haben..

Graugefiederte Vögel mit roten Schwanz und heller Bauchunterseite spielten am stark eingerissen Baumstamm fangen. Ihr Zwitschern ließ mich nicht davon abbringen, sie durch das Fernglas näher herzuholen.

Ein kleiner Holzsteg über dem Butterfly-Creek führte zu einem Wanderweg in dem dahinter liegenden Buschwerk. Das niedrige Tundra-Gras wuchs nur spärlich. Dazwischen kleine einzelne Margeriten.

Der Osprey hatte sein Nest am Dutch-Creek in schwindelnder Höhe eines ausrangierten Strom-Masten, dem sie eine Palette darauf genagelt hatten, dass er dort brüten konnte. Das Ergebnis war ein kleiner junger Zögling der von Mutter regelmäßig mit Millimeter großen Fisch-Leckerbissen gefüttert wurde. Papa nahm sich den Rest zu Herzen und verspeiste diesen am nächsten Baumwipfel.

Das Abendessen schmeckte hervorragen. Hans trank dazu Rotwein und ich H-2O on the rock, das ist eisgekühltes Wasser. Nachdem die Sonne uns wärmte, konnten wir draußen Kartenspielen.

 

B.C. - Kootenay River

 

 

 

 

 

2001 06 29 Cranbrook

Freitag 29. Juni 2001

 

Cranbrook bis Moyie Lake

 

Namenstag Peter ist heute, wir denken an unseren Sohn und an das verbindende Internet. Wir werden heute mal wieder eine Bücherei  suchen müssen.

Das Frühstück drehte sich um abgestürzte Spiegeleier und sonnen-gekühltem Morgenzauber. Das weiche, in Scheiben geschnittene Vollkornbrot schmeckte geknuspert vom strom-gespeisten Toaster viel besser.

Die braunäugige Susanne nickte mit ihrem hübschen Köpfchen uns zu. Daneben läuten die blauen Glockenblumen in silberhellen Tönen den schönen Morgen ein.

Nach vierzehn Tagen gehen die Grundnahrungsmittel zur Neige. Kaffee, Marmelade und Peanutsbutter. Mit dem Einkaufszettel in der Hand gingen wir in den nächsten Supermarkt um uns neu einzudecken. Kartoffeln und Maiskolben durften nicht fehlen.


 Steil bergan ging es. Neben uns ein schnecken-überholendes Auto in dem auf der Rückband ältere Leute saßen die bald so grün aussahen wie die Aleppokiefern in den zerklüfteten Gebirgshängen der Serra del Nord auf Mallorca. Wahrscheinlich wird jeder Blick, den sie in die Tiefe riskieren, das satte Gesichtgrün vertiefen.

Die Kiefer gehört zu meinem ‚Pulsierenden Baum-Horoskop‘ und ist das Baum-Horoskop-Zeichen von mir, Brigitte (19.2.-29.2.).

Rechts lag die schroffe, mehr als schwindelerregende 100 Meter tief abfallende Steilwand der Kalksteinberge und tief unter uns der Kootenay-River, nein es war der Columbia River, egal, über dem stecknadelkopfgroß die Bussarde kreisten, um nach dem passenden Frühstück zu suchen. Hans meinte es war ein brauner großer Rabe, so kann man sich täuschen. Seit wann ist ein Rabe braun?

Es war ein Genuss durch diese liebliche und reizvolle Provinz zu fahren. Landwirtschaft wird sehr wenig betrieben und Gemüseanbau überhaupt nicht.

Wir suchen immer noch den Ort Fairmont und stellten fest, dass das Einkaufszentrum nur der RV Park und zwei einhalb Häuser waren.

Eiserne weiß-bemalte Skelette nach Anal Flats als Dinosaurier, Hunde oder Menschengerippe mit Cowboyhut ließen uns hell auflachen.

Uns bezauberten die aus rustikalen Holzstämmen gebauten kleinen Katen. 

Hans sah einen Adler über sich kreisen und ich verfolgte seinen großen Schatten auf der ‚paved Road’ (geteerte Straße).

Der Zeiger stand auf grün oder low auf den vier-teiligen Tafeln die die Waldbrand-Gefahr anzeigten. Alte braune abgeblühte Königskerzen-Stiele standen neben saftigen zart-grünen Blättern der neuen Pflanzen.

 Durch das enge werdende Tal überquerten wir den Kootenay River (das konnten wir auf einer Tafel lesen)  zum dritten Male und kamen in ein weites flaches Tal. Die wolken-verhangenen Gebirgszüge rückten in weite Ferne. Die unfruchtbare Gegend wird durch Wiesen-Sprinkler-Anlagen bewässert.

 

 

Kimberley, ein typisches bayerisches Dorf mitten in den Kanadischen Rockys versucht die Touristen mit Bavarian Saussage  und Snitzel zu locken. Das Trachten-Geschäft fanden wir nicht. Wir suchten eine Library, Bücherei, die noch geschlossen hatte (erst ab 12:00 Uhr geöffnet) und fahren weiter.

In Cranbrook machen wir unsere notwendigen Einkäufe, besuchten die  Leihbücherei wo ich für einen Dollar ins Internet kann. Michael und Wolfgang hatten geschrieben.

Sonst gab es nichts neues auf dieser Welt.

Das Wetter blieb uns weiterhin gewogen und wir verziehen uns wieder in die unberührte Natur ohne Strom, Telefon und Wasseranschluss.

Zwei Deer-Böcke kreutzen unseren Weg.

Im Moyie Provincal Park finden wir um 12:30 Uhr nur noch zwei leere Stellplätze, wobei wir den Platz Nummer 77 wählten, da dieser im Innenbereich lag. Alle Plätze sind weit auseinander und viel Grün dazwischen. Die Schulferien hatten begonnen, das strahlende Wochenende war da und Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein (oder des Ehemanns Hand)  und dann nichts wie raus zum (Wann-See)  Moyie-Lake.

Das Sonnenrollo durfte Schatten spenden, der Grill wurde  ausgepackt, die Gartenstühle kamen hinaus und der Tisch wurde fein gedeckt. So konnten wir mal richtig relaxen.

 

Wälder bei Kimberley im goldenen Herbst

 

 

2001 06 30 Alberta Time

Samstag 30. Juni 2001

 

Alberta Time und Moyie Lake

Die Nacht war grauenvoll. Ich konnte kaum gut schlafen und liegen. Der Nachbar (er reiste am nächsten Tag ab) drangsalierte uns mit seiner Batterie, die er aufladen musste.

Unsere neuen Nachbarn hatten nur ein Zelt, sparsame Campingausrüstung und eine Gitarre.

Schon am Tag zuvor bin ich mit dem Skooter mal rund um den B.C.Park gefahren und hörte bei Platz 45 seltsame Pfiffe. Ich verhielt mich ruhig und abwartend. Da sah ich ein kleines Erdmännchen am Wiesenrand, das regelmäßige einen Signal-Pfiff losließ. Hans ging ebenfalls dorthin, um die Tierchen zu sehen. Lange musste er warten, bis wir an einer anderen Stelle ebenfalls eines entdeckten. Zurück zu unserem Revier pfiff schon der nächste und wir entdeckten direkt vor unserem Fenster einen abgestorbenen Baumstumpf, wo Herr und Frau Gopher ihren Wohnungseingang hatten.

Erdhörnchen - Nagetiere aus der Familie der Hörnchen-Verwandte sind ca. 34 cm groß bei einem Gewicht von 1,5 kg. Sie haben einen rundlichen Körper und Kopf, hochstehende Augen, kleine Ohren, grau-gelbe oder graubraune Färbung mit heller Unterseite. Sie sind sehr gesellige Tiere, in der gras-reichen Prärie.


Einesteils ist der Präriehund die Ernährungsgrundlage für sehr viele Beutegreifer, wie z.B.  Adler, Habichte, Klapperschlangen, Wölfe, Marder oder Rotluchse, und noch vielen anderen. Sie leben in großen Familienverbänden zusammen, die ein bestimmtes Territorium besetzt halten, die durch Duftmarken gekennzeichnet werden

Am Abend erfuhr ich, dass sie Gopher hießen, also Erdhörnchen oder Prärie-Hund.

Im B.C. gab es einen Vortrag über Fauna und Flora im Park. Leider bekam ich nur die Hälfte mit, da ich die Zeit Pacific-Time P.T. mit der noch herrschenden M. T. Mountain-Time verwechselte.

 

 

 2001 07 01 Canada Day am Moyie Lake

Sonntag 01. Juli 2001

 

Kanada Day am Moyie Lake

 

In der Nacht gab es kurz mal zwei einhalb Regentropfen. Der Morgen war sonnig und schön. Beim Strand-Spaziergang wurde ich ziemlich durchgebeutelt, so stark ging der Wind, der den ganzen Tag anhielt.

Beinahe hätte ich die Alberta-Time wieder verpasst. An B.C. eigenen Beach-Strand war um 11:00 Uhr M.T. Canada-Day-Meeting. Hauptsächlich für die Kinder wurde dieser Tag veranstaltet. Se bekamen einen Fragebogen mit einigen Fragen über Kanada ...

1. Wie hieß der erste Premier-Minister von Kanada?

2. Wie alt wurde Kanada am 1.7.2001?

3. Wie heißt die östlichste Provinz Kanadas?

4. Wie viele Provinzen hat Kanada?

5. Wie viele Territorium sind angegliedert.

6 Wie heißt das National-Tier Kanadas?

7. Wozu zählt der Klondike, das Goldgräberland?

8. Fehlte nur noch die Frage:

Wie sieht das kanadische Wappen aus?.

 

Zu 1.Mac Donald. Zu 2. 134 Jahre (1867). Zu 3. Neufundland. Zu  4. 10.  Zu 5. A) Yukon b) NWT North-West-Territorium und c) Nunavut-Territorium, das erst am 1.4.1999 selbständig  wurde (s.u.). 6. Biber auf der 5 Cent Münze. 7 Yukon. 8. Rot, weiß mit Ahornblatt (Maple-Leaves).

..... und mehrere Fragen über das Leben im Wald und B.C.Provincial-Parks.

Die nächste Aufgabe hieß: Suche Zapfen der Hemlock-Fir, der Lodge-Pin, einen abgestorbenen Teil eines Baumes, einen flachen Stein und zur Krönung den Caterpilar (Schmetterlings-Raupe) .

Es machte Spaß da mitzumachen und all die Fragen zu beantworten, da es für mich Neuland war. Ich konnte beobachten, dass das Wissen der kanadischen Kinder (bis 12-jährige) sehr mangelhaft war. Die Raupe brachten sie alle, aber dass aus ihr ein grauer Falter einmal wird, das wusste niemand. 

Mittags gab es Steak und Bratwurst mit Kartoffeln und Gemüse. Den Nachmittag verbrachten  wir mit faul sein und relaxen.

Abends kamen die tagsüber schlafenden Moskitos und ließen uns näher an das Lagerfeuer rücken.

..

Anmerkung:

Nunavut (das in der Sprache der dort lebenden Inuit „unser Land“ bedeutet. [englisch Eskimo], ist ein rund 2,2 Mill. qkm großes Gebiet (vorher in den Northwest Territorien eingegliedert von Kanada) am 1.4.1999  Schaffung eines eigenen Territoriums für die kanadischen Eskimos unter Inuit-Verwaltung und eingeschränkter Autonomie. Hauptstadt Iqaluit mit 3500 Einwohner. Es ist das erste Staatsgebilde in Nordamerika, das eigenständig von Ureinwohnern regiert wird.

In Kanada gibt ca. 330.000 Indianer, die in etwas 2250 Reservaten Leben, mit sechs Indianer-Kulturen im: Woodland, Iroquoian, Plains, Plateau, Pacific Coast und die der Indianer in den Flussbecken von Mackenzie und Yukon. Es gibt ca. 600 ‚bands‘ das sind Stammesgruppen mit ca. 50 Indianersprachen und –Dialekte.

 

 

 

2001 07 02 Bergauf und Arrow Lake

Montag 02. Juli 2001

 

Bergauf und Richtung Arrow-Lake

 

Wenn früh am Morgen die Sonn‘ aufgeht und ... fällt mir der Song vom ‚Bruttosozialprodukt‘ ein. Ein Blick zu unseren Nachbarn zeigte uns an, dass er seine Morgentoilette machte. Ich meine den Prärie-Hund oder Gopher. Aufmerksam sitzend auf seinen Hinterpfoten beobachtet er das ringsherum, während seine Vorderpfoten die Putzerei übernahmen. Sein Weibchen war bestimmt noch in der Höhle, sich um den Nachwuchs zu kümmern.

Wir hatten den Aufenthalt am Moyie Lake richtig genossen.

Nach zwanzig Minuten erreichten wir die Ortschaft Moyie, bei der die Nachbarn‚ round the corner‘ bei ‚Fish and Chips‘ essen waren. Wie gesagt für Kanadier nur ein Katzensprung. Wir überlegten uns das lieber mehrmals, ob wir mehrere Kilometer wegen ein paar Pommes fahren sollten.

Kurz nach Yahk, einer alten drei-Häuser-Geisterstadt, mit eingefallenen Dächern und sperrangelweit geöffneten Stalltüren, warfen wir nach Süden schauend, einen Blick (ca. fünf Kilometer) nach Montana in der USA.

Ein Salamander flitzte über den Seitenstreifen. Wir fahren immer bergan, denn wir wollten quer durch die Rocky Mountains an die Westküste dem Pazifik.

An einer Waldabzweigung steht eine Zahl auf einem verwitterten Holzschild, 7723. Das kann nur heißen, dass da einer in der einsamen Wildnis wohnt. Zusätzlich wurde noch der Briefkasten angebracht mit rotem Pfeil nach oben, weil Post da war und noch nicht abgeholt wurde.

Die ersten Obstbäume mit reifen Kirschen und Apfelbäume lassen uns die Wärme des Südens spüren. Im Ort kauften wir uns sofort frisch gepflückte und gewaschene Kirschen, ein kanadisches Pfund 2,39 Can. Dollar. Ein kanadisches Pound sind 450 Gramm in Deutsch. Wir ließen uns die sonnen-gereiften Cherry’s (Kirschen), die noch die Wärme des letzten Sonnenstrahls in sich hatten, schmecken.

Bei der Tankstelle lassen wir Benzin komplettieren und die Gasflasche auffüllen. Bei einem kleinen Plausch oder Dorfklatsch  mit der Inhaberin erfährt man das neueste aus der Gegend, Reiseroute und Fährverbindungen.


 Wir verlassen die Route 3 und nahmen die 3 A ein kleiner lohnender Umweg zum Kootenay Lake. In schwindelnder Höhe auf der Ostseite sehen wir den See links unter uns liegen. Die Uferpromenade ist dicht besiedelt. Die Bergseite steil mit Felsen und mit kräftigen Zedern, deren Stämme samt-braun mit länglichen Ritzen sind.. 'Slow' (Langsam) hieß die Devise um nicht ins Schleudern zu kommen. Wir besorgten uns eine Country-CD um etwas Abwechslung in der sonst radio-losen Umgebung zu haben. Eine weiß-schwarze, junge Eule hatte sich verirrt und ließ ihr Leben.

In Kootenay Bay hatten wir das große Glück sofort auf die Fähre zu kommen. Zwei weitere Camper die vor uns vorher waren, mussten die Fähre eine Stunde später nehmen.  Das Schiff ‚die Osprey (Fischadler) 2000’ wurde erst letztes Jahr für die Verbindung Kootenay Bay und Balfour am anderen Ufer eingesetzt. Die moderne Fähre hat ein Restaurant und wesentlich mehr Platz für Autos als die Ältere.

Straßen die am Wasser enden und am gegenüberliegenden Ufer weiterführen haben eine kostenlose Fährverbindung. Unsere Fahrt dauerte vierzig Minuten die wie im Fluge vorüberging.

Eine ideale Erholungs-Pause für den Driver (Autofahrer).

Am Balfour-Sandstrand ragten mehrere Pfosten aus dem Wasser heraus. Auf einem modrigen Pfahl brütete ein Osprey-Pärchen seine Jungen aus.

Kanada-Gänse wurden von den Touristen  gefüttert.

Pinkfarbene Levkojen blüten um die Wette mit dunkel-lila Hahnenfußgewächsen, zartblauer Wegwarte, blauen Lupinen und dazwischen immer wieder die weißen Margeriten.

Duhamel Creek und Du Hammel, sorry Duhamel Motel lagen am Fuße der Silkirk Mountains, direkt am West-Arm-Kootenay-Lake. Ein Haus wurde in den Berg hineingebaut und sah von der Straßenseite aus wie ein Schiffs-Bug oder mehrere Vorderdeck.

The City of Nelson klebt an einem Berghang auf der Ostseite des West-Arm-Kootenay-River.  Im öffentlichen Freibad unter der riesigen eisernen Brücke tummelten sich die Badegäste.  Die riesige Stadt lag in der gleißenden Mittagssonne bei ca. 29 Grad. Die betonierten Wege und geteerten Straßen reflektieren die Sonnenstrahlen mit großer Hitze zurück. Das Einkaufszentrum lag direkt am Wasser. In der ‚Mall‘ gab es alles zu kaufen. Mit frischen Lebensmittel eingedeckt ging unsere Fahrt weiter entlang am Kootenay-River bis Castlegar am Columbia River.

Der Columbia River geht von Nord nach Süd durch BC, durchquert den Arrow-Lake, den wir letztes Jahr besucht hatten, an Castlegar vorbei in die USA, dem Staate Washington.  Die Eisenbahn geht direkt entlang des Kootenay Rivers, wir dagegen befinden uns auf 1700 Meter Höhe am Westlichen Steilhang, mit atemberaubende Blicke in das riesige Valley hinein. Das Wort atemberaubend kommt oft in meinem Text vor, aber es bestätigt sich immer wieder.

Die Route 3 A wirklich ein sehenswertes Stückchen Natur und es ist es Wert einen Umweg einzubauen. Wer noch mehr Einsamkeit im reich besiedelten Süd-British-Columbia haben will, sollte die bergige und schmale  Route 6 Richtung Nakusp fahren.

Bei Castlegar bekomme ich die seit acht Tagen versprochenen French Fries und den Mac Donald Ketchup. Wir fahren den Elk-Dive entlang, der aus dem Arrow Lake kommt, vorbei am Keeleyside Dam und einer Papierfabrik und suchten uns ein einsames Plätzchen im Syringa Creek BC Park. B.C.Parks haben schöne Campingplätze mit größeren Areals pro Platz. Nummer 2 nahmen wir, jedoch nicht bevor wir einmal die Plätze abgefahren hatten. Vor unserem Fenster konnten wir Live-Gopher erleben wie sie umher flitzten, sich was zu essen suchten und wenn Vorsicht geboten war, sich die kleinen Erdhörnchen in senkrechte Position stellten um gegebenenfalls Alarm auszulösen oder einfach im eigenen Bau zu verschwinden. So 20 Stück an der Zahl konnte man gleichzeitig zählen, die sich aus dem Bau heraus trauten. 

Die Erdhörnchen finden reiche Nahrung in der mit Spitzwegerich übersäten Wiese. Putzig holten sie sich die Blütenstände herunter und fressen die Nahrhaften Jungtriebe oder Samenkörner. Von Mai bis August blüht der Spitzwegerich, der auch der ‚Fußtritt des weißen Mannes‘ genannt wird. Fußtritt deshalb, weil die fruchtbaren Samenkörner in den Fußsohlen der weißen Männer hängengeblieben sind und durch die ganze Welt verstreut wurden.  Der Spitzwegerich zählt zum Heilpflanzen-Horoskop vom 20. Februar bis 20. März, somit also mein Heilpflanzen-Horoskop-Zeichen. Hans sein Heilpflanzen-Horoskop-Zeichen ist die Melisse, (21.1.-19.2.) die in Gärten beheimatet ist. Über das Heilpflanzen-Horoskop habe ich meine Studien gemacht und alles in Gedichtform wiedergegeben.

Nach zwei Stunden Getöse und Radau der noch übrig gebliebenen feiernden Canada-Day-Gäste, wahrscheinlich feiern sie gleichzeitig den Ferienbeginn, durften wir auf einem der reservierten Plätze, Nummer 44, des Syringa-Creek-B.C.-Park. Sie las mir noch die ‚strengen‘ Regeln vor, was sie bestimmt bei vielen Kanadier versäumt, da vereinzelte Campingtische bis zum äußersten mit Essen und Lebensmittelresten bepflastert waren. 

Der Ranger fährt zwar durch, kontrolliert Wichtiges, so dies und das, und denkt sich, sollen die anderen das machen. Z. B. heißt eine Regel: Lass niemals Essen  oder Essens-Reste liegen oder ab zehn Uhr keinen Krach oder Lärm.

Abends saß ich am Ufer an der Südspitze des Arrow-Lake, spürte den sanften Wind der durch mein Haar strich      und fühlte mich in die Natur eingebaut. Mit der Natur eins sein, so ein Gefühl kann man nur haben, wenn man sich mitten hineinfühlt. Duftender Jasmin versprüht sein intensives Aroma. Ein weißes Blütenblatt fällt sanft zum Boden. Eine wirklich dicke Hummel setzte sich brummend auf das blaue Hahnenfuß-Gewächs.


 Eine riesige verblühte Kugel, Pusteblume, lässt seine Fallschirme mit dem Samen durch die Luft gleiten. Die Pusteblumen-Kugel hatte einen Durchmesser von ca. zehn Zentimeter und sah dem Artgenossen Löwenzahn in vergrößerter Form sehr ähnlich. Die Fallschirme befanden sich vorher in einer schmalen fünf Zentimeter langen Kapsel. Ich nahm mir die Zeit und skizzierte diese sonderbare Blütenform  und wende mich dann an die Gebirgskette mit den Wäldern die bis zum Ufer hinunter reichten. Wenn man genau hinschaute, sieht man eine leichte dunkle Kerbe, wo der Zug hindurch fährt.  Eine vom Rost angeknabberte eiserne Brücke lässt das Ergebnis bestätigen.

Den Osprey, Fischadler, beobachten, wie er seine weiß-gefiederten Schwingen in der Luft ausbreitet und gleitet. Kreise zieht und das Wasser mit seinen Adler-Augen betrachtet, um sein Futter zu finden. Mit einem kapitalen Fisch fliegt er zurück zu seinem Nest auf einem Strom-Masten und fütterte zuerst sein Junges.

Ein mint-grünes Hausboot tuckert leise vor sich hin. Man kann sie für fünf Tage mieten, durch den einsamen Arrow-Lake gleiten und Abends am versteckten Ufern ein Lagerfeuer mache. Da die Miete sehr hoch ist, tun sich meistens zwei Familien zusammen, um das Angebot auszunützen.

Eine akkurate gerade Welle lässt die Schaumkronen am Ufer  exakt Meter für Meter ausklingen. Nur mit Mühe lasse ich mich der entrückten verzauberten Landschaft entziehen und denke an meinen Mann, der bestimmt Hunger hat.

Spaghetti mit Pastaschutta steht auf dem Programm. Eine willkommene Abwechslung nach den vielen Steaks und Kartoffeln mit Sure-Creme.

Wir beobachteten Chipmunks, die gestreiften Erdhörnchen, die blitzschnell die Straße überqueren. Seltene Vogelsorten z. B. a) Gelber Körper mit orangen Kopf c)  kleiner grauer Vogel mit schwarzen Kopf und c) orange-brauner Bauch mit schwarzen Kopf und schwarz-weiß gestrichelte Flügel und Schwanz.

Das schöne am Camping ist das familiäre Flair. Unter naheliegenden Bedingungen kann man Freud und Leid, Krach und Liebe der Nachbarn miterleben. Kinder in großer Zahl, in allen Altersklassen tummeln sich auf geteerten Wege mit Skooter und Kinder-Fahrräder. Zwischen den Plätzen geht es durch selbsterdachte Indianerpfade. Kinderaugen schauten uns fragend an und stillschweigend nickte ich ihnen zu: Ja ihr dürft durch unseren Platz um das Kinderspiel nicht zu unterbrechen.

Wer spät Nachmittags ankommt und Frühmorgens weiterfährt wird erleben, dass Kontakte schlecht zu knüpfen waren.

 

2001 07 03 Kolibri am Rock Creek

Dienstag 03. Juli 2001

 

Vom Paul-Summit bis USA Border

 

Achtzehn Kilometer zurück  vom Arrow-Lake bis nach Castlegar lohnten sich als Abstecher für die vergangene Nacht. Der Dammbau Elko-Dive-Abschnitt schreitet weiter voran. Hoffentlich bauen sie eine Lachs-Treppe, damit die Lachse zum Laichen in ihre Geburtsstätten können.

In Castlegar konnten wir die Library-Bücherei nicht finden, dafür ging es steil bergan in die Christina Range Mountains hinein. Den auf 1535 m hoch gelegenen  Paul Summit, laut Landkarte der Bonanza Pass, haben wir überschritten. Riesige 1988 abgebrannte Wald-Flächen wurden von ein paar Waldarbeitern aufgeforstet. Große wasser-gefüllte  Tümpel strömten tiefe Ruhe aus.

Den mühsam erklommenen Berg durften wir nun stetig bergab kurven. Die 165 m lange Pauls-Brücke ließ uns einen schwindelerregenden Blick in 285 m Tiefe geben. Rotblühende Indianer-Pinsel und weiß-blühender Jasmin wechselten sich mit abgeblühten gelben Ginster oder verwelkten blau-blühenden Lupinen  ab.

Majestätisch und frisch geglättet  lag der Christina Lake zwischen steil ansteigenden Bergen. Frühsportler rannten am glatten, jedoch stinkenden Highway entlang. Etwas was wir nicht verstehen konnten, da es sehr viele Waldwege und Uferpromenade gibt. Bequemlichkeit und die zur Show-Stellung: ‚sieh mal uns an‘ hat Vorrang.

Wir kamen an den Border. Die Grenze zwischen Kanada und USA verläuft direkt neben dem Highway, wahrscheinlich ist der Kettle-River der Grenzverlauf.

USA-Kanada-Grenze: Thompson, David, englischer Nordamerikaforscher, *1770 London, †10. 2. 1857 Kanada;  unternahm ab 1797 ausgedehnte Expeditionen in Kanada und befuhr 1811 als erster  den ganzen Columbia bis zur Mündung; vertrat Großbritannien bei der  Grenzlegung zwischen Kanada und den USA (1816–1826).

Die Sicht auf die wild lebenden Tiere war im Süden B.C. stark eingeschränkt, da das Land weitreichend bewohnt und teilweise eingezäunt ist.

Am flach-ansteigenden blau, gelb und weiß-blühenden Wiesenhang holten zwei Imkerinnen gerade die frischen Honigwaben zur Verarbeitung heraus. Viele rucksack-bepackten Radler kommen uns entgegen oder überholten wir. Bei Grand  Forks kommen wir in das Reich des Obst-Anbau. Die angrenzenden Berge sind steinig und karg bewachsen. Die Mountain-Sheep leben hier, wahrscheinlich versteckt in den oberen Regionen.

Grand Forks ist eine sehr große Stadt mit einem alten Zentrum. Bei 32 Grad war es um elf Uhr schon sehr heiß hier. Wir telefonierten mit Kristina, die mit Julia bereits reisefertig war, für den Flug nach Deutschland. Neben dem Visitor-Center lag das Museum mit seinen alten Autos und Landwirtschaftlichen Geräten. Wir bummelten kurz durch den  Columbia Drive kauften das überteuerte Becks-Bier, - man gönnt sich ja sonst nichts, - und fuhren den nächsten dunklen  Wilgress-Lake auf 1028 m und  Phönix-Summit auf 1105 m  an.        


Unsere Devise bei diesem Urlaub hieß:

Die Natur suchen, finden und darin leben, erholen oder ganz einfach abschalten.

Die Städte und Dörfer sind der Zweck um die Lebensmittel aufzufüllen und die Nachrichten in die Welt zu senden.

Ein Überbleibsel aus dem Jahre 1913 war ein zehn Meter langer Tunnel der bei Greenwood am Hang stand. Die uralte Western- und Goldgräber-Stadt Greenwood mit ihrer Main-Street hinterlässt einen angenehmen gepflegten Eindruck. Ein beliebtes Foto-Objekt.  Ringsumher hat die Heu-Ernte Hochkonjunktur. Im Kettle-Valley sieht man riesige Ginseng-Plantagen abgedeckt mit schwarzer Folie. Eine Ranch neben der Anderen mit Quarterhorse und verschiedenen Pferderassen. Viel altes Gemurks neben neu erbauten Blockhäusern. Landschaftlich könnte man sich nach Hill County in Texas versetzt fühlen.

Am Rock Creek hat ein Canadier-Deutscher eine kleine Farm mit Verkaufsartikel der Indianer.

Kolibris schwirrten aufgeregt um das Haus herum. Zwei Pferde grasten friedlich auf dem Gelände. Seine selbstgemachte Strawberry-Eiscreme (Erdbeer-Eis) schmeckte vorzüglich. Er erklärte uns den Traumfänger: Ein Ring mit verschiedenfarbigen Fäden bespannt lässt die Träume durchrinnen. Die guten fängt er mit der mittleren Perle ein und die schlechten gleiten an den, am Rand befestigten Federn herunter und werden am nächsten Morgen von der Sonne ausgetrocknet.

Ich kaufte noch ein aus Zedern-Holz gesägtes Esel-zieht-Mann-Gespann mit Magnet und hinterlegte meinen Penny in einer Schale wo stand: Need you a peny – take one! Don’t need you a peny – give one!

Am Osoyoos NK’MIP’Resort erwischen wir mit Müh und Not einen schattigen Platz . Ich dachte H. st. Socke sei an der Rezeption und denkt nur, wann wird es Abend werden. Der reißt sich bestimmt kein Skalp aus. Im Osoyoos-Ort ist Hochsaison, alle suchen die glühende Sonne und kleben sich zwischen zwei belegte Plätze um dem Urlaub zu frönen. Die Ferien hatten letzte Woche begonnen und das schöne Wetter wird ausgenutzt. Schwimmreifen und Boote haben den Vorrang.

Heiss war es im Osoyoos-Valley. Das Thermometer sprach von 39 Grad Celsius. Man nehme ein dünnes Schnitzel oder Ei, breite es auf einem Tisch aus und die Sonne macht den Rest. Na, ja, lieber nicht, wegen der Salmonellen.

Dazu empfehle ich ein Glas H-2-O on the rocks, da das Eiswasser das Innenleben etwas abkühlt.

Dusty, staubig, ist an unserem Platz, wo links und rechts die Wohnmobile und Klein-Trucks vorbeirauschten bei 30 km/h. 5 km/h kennt man hier nicht, dass ist ihnen zu langsam. Wir wechselten den Platz auf das neu angelegte Terrain ( C9) und fühlten uns wohler hier.

Endlich konnten wir mal draußen ohne Mücken und Regen essen. Ich freute mich riesig darüber. Endlich Wärme und Erholung auch für mich.

Die Sonne versankt hinter den Bergen im Westen und verzauberte den Osoyos-Lake mit hellroten Farben.

 

 

 

2001 07 04 Desert Trip

Mittwoch 04. Juli 2001

 

Inka meep oder ’Nk’Mip‘ Resort

 

Waschtag im Osoyoos bei 38 Grad (100,4 Grad) im Schatten. Nur ein kleines zartes Lüftchen bewegte in hitziger Ruhe ein Blatt am nebenstehenden Baum. Der Nachbar nahm mich mit nach Osoyoos-Downtown, wo ich wieder mal feststellen musste, dass die Bücherei am Mittwoch geschlossen war. Am 4. Juli ist der große USA Unabhängigkeits-Tag und deswegen hatte die Leiterin heute frei und es wird einfach geschlossen.

Die Unabhängigkeitserklärung (4. 7. 1776) des Kongresses (Thomas Jefferson, Benjamin Franklin, J. Adams u. a.) zerschnitt das Band zwischen den Kolonien u. England. Die Briten behaupteten Kanada u. besetzten fast alle Küstenstädte. Doch das Eingreifen Frankreichs u. Spaniens brachte die Entscheidung zugunsten der Amerikaner.  Adams, John, +4.7.1826, Delegierter des 1. u. 2. Kontinentalkongresses 1774–1777, Jefferson, Thomas, 1775/76 Delegierter des revolutionären Kontinentalkongresses, für den er ohne entscheidende Hilfe der übrigen Mitglieder des Redaktionsausschusses die Unabhängigkeitserklärung der USA verfaßte. Franklin, Benjamin, führend in der Unabhängigkeitsbewegung u. arbeitete im Kontinentalkongreß an der Unabhängigkeitserklärung mit. 1776 An der Verfassung der USA hatte er maßgebenden Anteil.  Washington, George, erster Präsident der USA 1789–1797

Die Flagge der Vereinigten Staaten:

 

Ich dachte an den Morgen, der wie immer in gemütlicher runde begann.

 

Morgen

© Brigitte Obermaier, München, 2001 07 04

 

Der Tag beginnt in aller Früh, oh wie lieb‘ ich die Natur.

Schmückt die Wiese mit Tau, verströmt Duft in Wald und Flur.

Das Wolkenbett schiebt den Sternentraum zur Seite.

Der Himmel erhellt sich in unendlicher Weite.

Golden leuchten die Sonnenstrahlen.

Glitzernd lässt die Sonne diese zur Erde fallen.

Der sanfte Wind fächelt durch Gras und Felder.

Pustet um die Ecke, durch Bäume und Wälder.

Wieder beginnt ein Tag und all die Müh und Last.

Beginn ihn mit Freude, dass du viel davon hast.

 


 Ich mache meine Wäsche fertig und Hans ging in das Desert. (Desert [englisch], Bestandteil geographischer Namen: Wüste.) Am Rande vom Nk’Mip Resort sind Pferde untergebracht, wobei man mit ihnen Stunden-Ausritte in die angrenzende Osoyoos-Wüste machen kann.

Prärie-Klapperschlange, Crotalus viridis, etwa 1,2 m lange Grubenotter ; Verbreitung im westlichen Nordamerika vom Süden Kanadas bis Kalifornien;  Sie lebt in Grassteppen u. Felsregionen was das Osoyoos-Desert zur Genüge zu bieten hat. Die Nahrung besteht aus Mäusen, Ratten, Erdhörnchen, jungen Präriehunden, die gerne von Baum zu Baum springen und Kaninchen-Eulen.

 Nach einem heißen Ritt und einem Quarter-Mile-Galopp kam Hans nach ein einhalb Stunden wieder, halb verdurstet von der sengenden Sonne, zurück. Mittags gab es nochmals frische Nudeln mit dem aromatischen Pastaschutta vom Tag zuvor. Der Similkameen Superior Rotwein mit 11,5 % Alkohol-Anteil ließ uns anschließend die Mittagspause so richtig genießen.

Der Ritt durch das Desert war eine sehr ‚dusty‘ (staubige) Angelegenheit. Jeder Tritt war eine staubige Wolke wert. Der weiche feine Wüstensand setzte sich an allen Poren fest. Schön brav hintereinander hieß es auf dem vorgeschriebenen Trail. Als Letzter hatte Hans die Chance etwas abstand zu halten. T.R. war ein forsches Pferd, kaum spürte er den Schenkeldruck, schon galoppierte er los und sie hatten die Vorderen wieder eingeholt. Quail’s mit ihre blau-schwarzen Federschopf versteckten sich im kargen Gebüsch und quietschten durch  die Luft. Hans fand den Wüsten-Trip ‚pretty nice oder amazing‘.

Quail’s sind taubengroße, mehr rundliche blaue Vögel mit einem lustigen blauen Feder-Schippel am Kopf.

 

 

 

 

 

 

 

 

2001 07 05 Wüsten Sandsturm

Donnerstag 05. Juli 2001

 

Wüsten-Sand-Sturm am Osoyoos-Lake

 

Heikle Luftströmung oder Sturm hatten wir die ganze Nacht. Den Wüsten-Sand fegt es in riesigen Staubwolken durch die Lüfte. Weiße Schaumkronen flitzen über das dunkle Wasser des Osoyoos-Lake. Die Zeltler zurren mühselig die wehenden Planen fest.  Das Propan-Gas an den kleinen Camping-Kochern lässt die Flamme im Winde ausgehen. Entweder es gibt nur kaltes Frühstück oder sie gehen in den Gemeinschaftsraum, wo ein Flammen-Herd für alle für den Notfall gibt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

War es gestern die sengende Hitze die die Leute Schatten suchen ließen, flüchteten sie heute vor dem Sandsturm.

Ich wusch die Ketchup-Flecken aus der weißen blumigen Tischdecke heraus und ließ sie im Winde trocknen. Hans kam gegen 11:00 Uhr zurück und wir fuhren nach Summerland. Im Osoyoos-Valley gibt es sehr viele Cherry-Trees, das sind Kirschbäume. Nur der Pfundpreis war zu hoch, er liegt bei 2,50 per Pound, 450 Gramm.

Beim Mac Donald gab es Pommes und beim


 Im Visitor-Center vom Ort Summerland erfuhren wir, wo es langging.

Jochen, der Steuerberater und seine Frau Brigitte, besitzen seit zwei Jahren die ‚Stiefelknecht-Ranch‘. Renate war die Vorbesitzerin.

Jetzt heißt die Ranch Wildhorse-Mountain-Ranch (WHMR) in Summerland. 80 acre und 32 Leaseland (Lease gemietet).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das angrenzende Land war Staatlich, das war wichtig, dass man, wenn zu wenig Land für Reiten da war, ausweichen kann.

Hans geht gegen sechs Uhr zum Reiten.

Um zwanzig Uhr fing Christiane  am Barbecue-Grill  Fleischpflanzerl zu grillen an. Hamburger-Diner war angesagt. Die Semmeln wurden durchgeschnitten und ebenfalls am Grill gebräunt. Darauf kam viel Matsch oder Ketchup, wie Brigitte, die Eigentümerin sagte. Salatblatt, Tomatenscheiben, Zwiebelringe (leicht angedünstet) und Dressing, was das Herz begehrt bzw der Magen. Der Hamburger mit einer Käsescheibe drauf wird dazwischen eingebettet. Die beiden Semmelhälften halten das ganze zusammen bis zum ersten  Biss, dann rinnt bei einem die rote-gelbe Soße raus, bekleckert die Finger und den Tisch voll oder die Tomatenscheibe verrutscht abwechselnd mit dem   Salatblatt.

Katrin die ältere Tochter von Brigitte, war seit zwei Monaten mit einem Canadier verheiratet und Christiane, die Sommer-Halb-Jahres-Angestellte mag die selbst-gemachten Hamburger viel lieber.

Jedenfalls war das eine lustige Angelegenheit für alle Beteiligten, vor allem für die Jugend. Caroline, die dreizehnjährige Tochter von Brigitte und die 13-jährige Lena die Freundin aus Münster in Deutschland, die zur Zeit auf Urlaub hier war.

 

 

 

 

www.wildhorsemountainranch.com Verbindung mit stknecht@vip.net oder in Deutschland

kauert-kaufhold@t-online.de

Jedenfalls habe ich die Adresse bereits weitergeleitet an Interessenten.

Familiär saßen wir noch bis spät in die Nacht hinein zusammen. Im Wohnmobil war es viel zu warm. Durch das Fenster hörten wir den Kojote er rief über den Gebirgskamm, so dass Balu der Hof-Hund zu knurren anfing.

 

Übernachtung mit Frühstück im Blockhaus
Preise pro Person für 1 Übernachtung

Einzelzimmer
Doppelzimmer
(Kinder unter 6 im Zimmer der Eltern frei,
unter 14 zum 1/2 Preis)
Dreibettzimmer
Bei 7 Übernachtungen geben wir einen Rabatt
von 10% auf den Zimmerpreis

  Can$ 70
  Can$ 50,-(100,-)


  Can$ 45,-(135,-)

 

 

 


Ritte und Reitstunden

1 Stunde
jede weitere Stunde
Tageskarte (ca. 6 Std.)
Privatstunde Dressur/Springen
Anfänger (1/2 Std.)
Gruppenstunde (3-5 Teiln.)
Kinder

Can$   25,- (Hausgäste $20,-)
Can$   20,-
Can$ 120,-
Can$   25,-
Can$   15,-
Can$   20,-
Can$   15,-


Eine Woche Ranchferien
Einzelzimmer         Can$ 670,-
Doppelzimmer       Can$ 530,- (ca. 1.060,-)
Dreibettzimmer      Can$ 495,- (ca. 1.485,-)
Im Preis enthalten sind:
Reiten, 7 Übernachtungen mit Frühstück,
Flughafentransfer Penticton/Kelowna


Der Wildhorse Mountain Wanderritt
10tägiger Ritt mit Übernachtung         Can$ 2.100,-
4tägiger Ritt mit Übernachtung           Can$ 1.200,-
beide Ritte + 4 Tage Ranchaufenthalt

enthalten:
4 Nächte auf der Ranch incl. Frühstück
Flughafentransfer
Wilkommens- / Abschiedsdinner
Vollverpflegung während des 10 Tage Trails
Gepäcktransport und Gestellung der Ausrüstung.

(Alle Preise incl. Can. Umsatzsteuer)

 


2001 07 06 Kolibri

Freitag 06. Juli 2001

 

Summerland und Kolibris

 

 

 

Ein Schwirr-Ton, eher wieder diese bekannte Brumm-Ton ertönte hinter dem Wohnmobil, vorbei an meinem Schlafzimmerfenster bis zum nächsten Blütenkelch. Ich erkannte einen Kolibri.

Soviel Gedanken wie wir in einer Sekunde  haben, soviel Flügelschläge macht ein Kolibri pro Sekunde, war man gewillt zu sagen.

Mittags gab es Goulasch mit Nudeln und Tomaten-Salat, den Rest am Abend.

Der Tag verging mit leichtem Wind und viel Sonnenschein. Hans war Morgens und Abends beim Reiten mit Cäsar einem Quarterhorse im angrenzenden Bergland.  Balu der Hofhund begleitete die Reiter auf ihren weiten Ausritten. Selten, dass er nebenher läuft. Meisten rannte er voraus. Liebt Wasserpfützen Übefr alles  oder am Besten einen kleinen Wasser-Tümpel in dem er sich wälzen konnte. Schreckt Vögel die in der Wiese nisten auf, dass diese vor Schreck davonflogen und ihr Gelege unbeaufsichtigt war. Balu frisst die Eier am liebsten, das er zeigt er auf der Ranch, wenn wieder er ein Mal in den Hühnerstall eindringt und den Hühnern die Eier klaut. Wird das nicht sofort bemerkt, holt er sich ein Ei nach dem Anderen und vergräbt sie überall auf dem Grundstück.

 

 

Bis Hans zurückkam sitze ich auf der Nord-Terrasse und lese. Gegen achtzehn Uhr wurde ich von der automatischen Sprinkler-Anlage vertrieben. Sie hatten auf der Ranch zwei Sun-Decks (Sonnen-Terrassen).  Auf der Südlichen Terrasse stand ein Hot-Tub (Whirl-Pool) worin man relaxen kann. Brigitte liebt diesen Pool am meisten in den Winter-Monaten, wenn der Schnee glitzert und die Weihnachts-Beleuchtung an ist.

 

 

 

 

 

Jedenfalls war der Blick in das Tal hinein traumhaft schön und für Jedermann zu empfehlen. Der gegenüberliegende Berg war der Rattle-Snake-Mountain mit dem Rattle-Snake-Face-Man, der in der Abendsonne für zwei Minuten ganz besonders angestrahlt wird. Man sollte genau in diesem Moment den Fotoapparat parat haben, um diesen Eindruck festzuhalten.

Leider gelang uns das nicht und ich hoffe, dass Jochen oder Brigitte uns diesen Blick mal einfängt.

Abend spielten sie „Who is a milionaire“. Ich hatte es im Wohnmobil dabei. Mit mehr Personen zusammen machte es um so mehr Spass.


2001 07 07 Kojote

Samstag 07. Juli 2001

 

Summerland und Kojoten

 

Aus Erzählungen hört man von Kojoten und ihrer Gefährlichkeit. In dem angrenzenden Waldstück auf dem nördlichen Hügel der Wild-Horse-Mountain-Ranch lebt in einer Höhle ein Kojoten-Paar.  Wir hören sie öfters heulen, wobei leichte Gänsehaut unsere Arme überzieht. Balu, der Hofhund hatte sich schon mal mit einem Kojoten angelegt, der ihn hinter die Bergkuppe gelockt,  wo weitere fünf auf ihn gewartet hatten. Nur mit viel Mühe konnte sie ihn retten und zum Tierarzt bringen.

Coyote [spanisch], Kojote, Präriewolf, Heulwolf, Canis latrans, mit 45–53 cm Schulterhöhe mittelgroßer Vertreter der Hundeartigen  Raubtiere Nord- und  Mittelamerikas. Nächster Verwandter des Wolfes,  dem er im Äußeren auch sehr ähnelt. Lediglich die Ohren sind im Vergleich zum  übrigen Körper größer, u. die Gestalt wirkt schlanker. Profitiert als  Kulturfolger von der erbarmungslosen Jagd auf den Wolf, dessen Lebensräume er  voll übernimmt. Der Cojote ist in seinen Ansprüchen sehr anpassungsfähig und nimmt  an Beute alles, was er bewältigen kann, allerdings überwiegend kranke und  schwache Tiere, verschmäht aber auch Aas nicht. Steht im Verhalten zwischen  Wolf und Schakal. –

 Das rötliche- bis grau-gelbe, dunkel überschleierte,  langhaarige Fell, des Kojoten, das eine dichte, graue Unterwolle besitzt, ist im  Rauchwarenhandel von Bedeutung. Es wird als „C.“, neuerdings auch als  „Präriewolf“ angeboten. – Bastarde zwischen Cojote und Haushund sind die  Coydogs, die wegen ihrer für Mischlinge typischen Unberechenbarkeit eine  große Belastung für ihre Umwelt bedeuten.

Kojoten sind nachts besonders aktiv. Zu dieser Zeit machen sie sich mit ihrem charakteristischen durchdringenden Bellen und einem lang gezogenen Heulen bemerkbar.

Schlau , gehaßt , allgegenwärtig - und doch wieder nicht : der Kojote .  Respektiert und gefürchet von den Indianern, in deren Mythologie er als "Coyote" eingegangen ist - der Trickster , eine unberechenbare Figur. 

 

Tags  zuvor sind sieben Frauen aus Vancouver angereist (die bis Sonntag bleiben) und machten Frühmorgens mit Hans und Katrin einen drei-Stunden-Ausritt. Hundemüde war Hans danach, lässt sich den strammen Max, aus frischen Ranch-Hühner-Eier schmecken und fällt müde ins Bett. Der Nachmittag war für ihn gerettet.  Der Himmel bedeckt sich mit weißen großen Wolken, die Hitze bei 32 Grad im Schatten und die  Schwüle bleibt.

Gegen Abend regt sich langsam ein Lüftchen, doch die Hitze bleibt uns erhalten. Übertags hatten sich die gelüfteten Schlafsäcke von der Sonne aufgeheizt und strahlten liebliche Wärme auf uns hernieder.

 


2001 07 08 Western Pferde

Sonntag 08. Juli 2001

 

Summerland und Quarterhorse

 

Blaue Vögel, die Blue Birds, saßen am Morgen in Reih und Glied auf den Querbalken der Einzäunung. Es war Sonntag und Familien-Treff.

Hans möchte noch einen Tag länger dableiben um zu Reiten. Es war etwas ganz anderes in München, als in Kanada zu reiten. Das weite, teils naturbedingte Land macht das Unbekannte erst interessant.  Am beliebtesten war das Western Reiten im kanadischen Land.

Westernpferde, englisch Western horses, aus den von den spanischen Eroberern nach Amerika gebrachten Pferden von Siedlern u. Indianern gezüchtete Pferderassen, vermischt mit Englisch Vollblut, Arabern u. Militärpferden; wichtigste Zuchtrichtungen sind: Quarter Horse (Viertel-Meilen-Pferd, besonders für die in Amerika üblichen Viertel-Meilen-Rennen geeignet), die zahlenmäßig größte Rasse in den USA; Appaloosa (ursprünglich am Palouse River von den Nez-Perce-Indianern gezüchtet, mit verschiedenen Farbvariationen und runden Flecken); Paint (auf Quarter-Horse-Basis gezüchtete Schecken, Farbschläge: Tobiano und Overo); weitere Farbzuchten: Albino, Buckskin, Palomino, Pinto.

 

 

 

Als typisches Westernpferd gilt ein stark bemuskeltes, athletisches Quadratpferd (rund 150–155 cm Stockmaß), kompakt, mit edlem Kopf, gerader Nasenlinie, weit auseinanderliegenden Augen, natürlich gebogenem Hals, leicht im Genick, langer schräger Schulter, relativ kurzem Rücken, schräg abfallender, gut bemuskelter Kruppe, breiter, tiefer Brust u. langer Unterlinie. Die Gliedmaßen sind trocken mit starken Gelenken und kurzen Röhren. – Heute werden Westernpferde hauptsächlich eingesetzt für Show-Wettbewerbe im `Westernreiten, für Ranch-Arbeiten und auf der Rennbahn. In Europa finden die Western-Pferde bei Freizeitreitern zunehmendes Interesse.

Nachmittags waren wir beim Hardy-Wasserfall bei Peachland. Versteckt in einer Kurve liegt die Hardy-Straße am Bachlauf des Deep Creek (Schild Antlers Beach). Gleich am Anfang der ersten Lachs-Schwelle standen sie im letzten Herbst an, in Reih‘ und Glied wie bei der Einwanderungs-Behörde (Immigration), so als ob sie warteten, dass sie bestimmt durchkönnen zu ihren Laichplätzen. Am Parkanfang standen die verwaisten Bänke aufgestellt für naturnahen Unterricht. Erst im Herbst, Ende September, kommen die Kokanee Lachse vom Pazifik über Ströme und Okanagen-Lake zurück zu ihren Laichplätzen am Hardy-Fall. Nach dem Laichen sterben die erst 3-5 jährigen Lachse. Tausende von Kokanee-Salmon färben dann das Wasser rot durch ihre rote Farbe, gelben Flecken und schwarzen Köpfen. Wir betrachteten den Wasserfall den man über sieben Brücken erreichen kann. Ein Lachs hatte sich nicht verirrt, dafür war es noch zu früh. Bei der vierten Brücke auf einem großen dunkel-grünen Blatt entdeckten wir einen kleine hell-grünen Frosch der sich ausruhte. Viele Himbeer-Büsche gab es am Ufer entlang mit halb grün-roten Früchten daran. Der Bambus war noch jung, kurz und grün.

Am Highway 97 gab es mehrere Frucht-Stände. Bei einem gab es die Cherrie’s, Kirschen, für 4 Dollar das kanadische Pfund (450 g). Nein danke sagte ich, dass war zu expensive, teuer. Beim nächsten Stand, es gibt viele an der Zahl, lag der Preis bei 2,25 per Pound und ein sehr gutes Walnuss-Eis


 2001 07 09 Barbecue

Montag 09. Juli 2001

 

Summerland und der Bär

 

Was gibt es Schöneres als in der Wärme des erwachenden Tages (es hatte nur 25 Grad)  aus dem halbverdeckten Rollo-Fenster zu schauen. Den Chipmunks zuzusehen, wie sie sich leicht an den Grashalmen hochziehen und die Samen futtern. 

Die Kojoten hörten wir die vergangene Nacht des öfteren heulen und Rada der Hofhund bellte zurück.  Beinahe hätten wir den schönen Morgen verschlafen.

Rasch machte ich das Western-Frühstück aus gebratenen, durchwachsenen Speck und frischen Eiern von den vielen Hühnern, die nur zur Hälfte legen. Die meisten sind schon sehr alt und gehörten in den Suppenkochtopf. Dazu eine Thermoskanne voll Dallmayr-Kaffee damit Hans den ganzen Tag was davon hat. Nachdem wir Strom hatten, freute ich mich auf die getoasteten Vollkornscheiben, die ich mit Erdnuss-Butter oder Marmelade esse. Christiane klopfte an die Wohnmobil-Türe und rief ‚aufstehen‘ die Pferde sind schon gesattelt. Hans trank seinen Kaffee zu Ende und die zwei ritten alleine in das angrenzende Waldstück, vom eigenen Grundstück zu den benachbarten staatlichen Forst. Drei Stunden waren sie unterwegs, trafen so manch liebliche, zarte, blau-blühende Orchidee im niedrigen Gestrüpp. Die Blüten sahen aus wie Kelche einer Akelei die nach oben schauen. Weite Flächen sind kahl, die braune wasserlose trockene Erde war nicht ergiebig. In der reinen Wildnis lässt es sich für die Bären und Kojote gut leben.

Am oberen Waldesrand entdeckten sie eine Bärin die, da sie kurzsichtig war, erst viel später die Witterung aufnahm und ihnen entgegenkam. Vorsichtig zogen sich die beiden Reiter zurück, um ja nicht aus puren Zufall zwischen Bärin und deren Cubs, den junge Bären, die eventuell auf den Bäumen sitzen, kamen.

Mittags fahre ich mit Brigitte mit nach Downtown zum Einkaufen. Es war eine liebliche Stadt, das man vom Highway aus nicht vermutet. Als ich auf sie vor der Bäckerei wartete betrachtete ich die Häuserzeile, die mir vorkam, als wäre ich mitten in einem Film und man sieht nur die western-mäßige Vorderfront, und dahinter nur Abstütz-Stempen und weiter nichts.

Zu Mittag gab es die restlichen Chow-mein-Nudeln, die kalt sehr gut schmeckten, jedenfalls bei dieser trockenen Hitze.


 

Der Wind streichte um die Ecke in sanften Tönen. Ich las ein Buch ‚Schreie in der Nacht‘ von Nancy Price. Das Buch wurde mit Pretty-Woman Star Julia Roberts verfilmt unter ‚Der Feind in meinem Bett‘.  Zwischendurch blicke ich hinüber zu Kurt, der im gegenüberliegenden Hause wohnt. An seinem Holz-Eck-Pfosten krabbelt ein Chipmunk munter hinunter und springt auf das entfernte Fensterbrett mit Leichtigkeit. Kurt kam mit der Pfeife in der Hand, hell-grünen kurzer Shorts, gemusterten grauen T-Shirt,  gerade um die Ecke und brachte  mir eine Deutsche und eine englische Zeitung, während Hans noch schlief. Nach einem kurzen Schwätzchen geht er zurück, da sein Hund in holte. Hans war vom Palaver wachgeworden und schälte sich heraus aus dem stickig heißen Motorhome, bei 34 Grad, in den angenehmen Schatten, bei 35 Grad und leichtem Luftzug. Er bringt saftig rote Okanagen-Valley-Kirschen mit, die wir alle verspeist haben, damit sie nicht kaputt gingen. Eine braune Pine-Rinde diente uns als Abfallteller für die Kirsch-Kerne. Balu, der Hund,  kam vorbei, bekam von uns die Brotreste, einen Schluck Wasser und Christiane rief laut: „Hab es gesehen, wie ihr unseren Hund verwöhnt habt!“

 

Katrins ging zu den Pferden.

 

Mal nach dem Rechten schauen. Ihre  Schuhe seufzten bei jedem Schritt und klagten ihr Leid in die Welt hinaus, vielleicht weil sie getreten wurden? Katrin war seit zwei Monaten verheiratet mit Bill Maxwell, dessen Vorfahren aus Schottland waren. Bill meinte dazu, aber ich bin ein really Maple-Leaves, ein echtes kanadisches Ahorn-Blatt.

Logan, der amerikanische Gast-Junge aus Philadelphia, hatte einen kleinen Frosch entdeckt. Durch das Rasen sprenkeln hatte er sich wahrscheinlich verirrt

Unser letzter Abend  auf der Ranch endete mit einem Steak-Essen. Dazu gab es gebackene Kartoffeln (Alufolie mit Öl einreiben und Rosmarin draufstreuen, die Kartoffel damit einwickeln und eine Stunde bis ein einhalb im Backofen bei 175 Grad  braten.), Nudelsalat, Sauer-Rahm-Soße mit Kräutern, Knoblauchbrot (Stangenweißbrot in zwei längliche Hälften schneiden, mit Knoblauchbutter beschmieren und in einzelne Stücke zerteilen).  Maiskolben (20 Minuten im Salzwasser gekocht) und  Getränke dazu, Eistee, Wasser, Orangen- oder Apfelsaft. Bier oder Wein musste man extra bezahlen.

Ich übergab Brigitte, die am 19. Februar Geburtstag hat, einen Trockenblumenstrauß aus bunter Statize, getrockneter Scharfgarbe und Schleierkraut, dass man am Straßenrand pflücken konnte.

Jochen hat am 30. Januar 1933 Geburtstag.

Hatte es Mittag 35 Grad im Schatten, waren es gegen 23 Uhr nur noch schlappe 25 Grad draußen. Bis dahin konnten wir bei angenehmen Temperaturen draußen sitzen und uns unterhalten.

Kurt kam von seinem montäglichen Fußball-Training aus Kewlona zurück. Freudestrahlend wurde er von seinem weiß-schwarzen Jagdhund empfangen, den er aus Sicherheitsgründen in den Stall gesperrt hatte.

Nun fing der Wind sich in den Pine’s und ließ den Wald in ein tiefes Rauschen erklingen. Dazwischen hörte man immer wieder die Kojoten heulen, worauf Dara und Balu regelmäßig antworteten.

Leichte Gänsehaut gibt es auf der Haut, wenn man vor der Türe steht und die Nacht beobachtet. Man weiss nie wer einen selbst beobachtet. Die Kojoten oder der Bär oder  wer immer hier in der freien Natur lebt.

Im Motorhome fühlen wir uns sicherer. Das gemachte Bett lädt zum ruhigen Schlafen ein.


 2001 07 10 Hohe Berge

Dienstag 10. Juli 2001

 

Von Pennact  Summit 1728 m,

Merritt bis Hope

 

 Gegen drei Uhr morgens war das Thermometer auf  19 Grad abgefallen Ich hatte die ganze Nacht das Geheule der Kojoten vernommen, schlecht gelegen und zum Frühstück tat mir alles weh. Die Aircondition  funktionierte nur bei einer stärkeren Sicherung. . Im Wohnmobil stand die Luft und dreht sich höchstens um die eigene Achse. Ich muss schauen ob wir einen Ventilator bekommen für Notfälle und kleinerem Stromanschluss.

Beim Frühstück waren es bereits 25 Grad und eine halbe Stunde später kletterte es schon auf 28 Grad im Schatten und 38 Grad in der Sonne.

Christiane, auf Pferd Rudi, war mit Hans, auf Pferd Cäsar, zum letzten Mal die Peachland-Route geritten. Cäsar verlor sein hinteres Hufeisen und konnte nur langsam heimwärts traben. Der Hufschmied war zufällig auf dem Hof und hatte viel Arbeit.

Die Mittagssonne brannte erbarmungslos bei 38 Grad herunter. Die Luft stand immer noch still, kein Blatt bewegte sich, um ja nicht zu schwitzen.

Überall gab es die Pine’s mit flachen Wurzeln und extrem langen Nadeln, die im Frühjahr das Schneewasser in sich aufsaugen, damit der Baum  bei Trockenheit den ganzen Sommer überleben kann. Bei starkem Sturm, kann es passieren, dass diese leicht entwurzelt werden.

Die Ranch-Tage sind vorbei.

Unser Urlaub neigt sich so langsam dem Ende zu. 

Wieder einmal halten wir kurze Rückschau auf das Gewesene. Wieder einmal können wir bestätigen, dass die Welt schön war, das Erlebte wird jedoch erst mal verdauen müssen.

Wir verabschiedeten uns. Brigitte bekam am Tag zuvor bereits einen Trocken-Blumen-Strauss und Jochen bekam eine Copy von der Wild-Horse-Mountain-Ranch, die ich mit Pigment-Tusche gezeichnet hatte.

 

So nach und nach schmiegten sich wellenförmige Terrassengärten in die Küstenhänge, in den Weintrauben kurz nach der Blüte die ersten Anzeichen von  Früchten trugen und den Tomatensträuchern ihre ersten gelben Blüten leuchteten.

Mal flimmerten silbrige Knoblauchfarmen vor dem Seitenfenstern oder grüßten Schafe mit ihren Zicklein.

Die Fahrt ging entlang dem Okanagen-Lake, an Harry’s Fall vorbei über Peachland auf die 97 c Richtung Merritt. Der sehr neue  Highway wurde am Berghang durch Unmengen von Sprengungen gebaut. Beidseitig sahen wir bei 33 Grad die unberührten Wälder mit Tannen, Zedern, Föhren oder Fichten.

Eine gefärbte Rothaarige hielt unser Auto an, obwohl wir immer noch bergan fuhren und nimmt uns den Schwung dazu. Aus Sicherheitsgründen machten wir das Fenster nur einen Spalt breit auf und sagten „We don’t speak English!“ Wir schauten uns um, ob nicht irgendwo noch andere Autos oder Personen seien, um ja nicht in eine Falle zu tappen. Ich verstand was sie sagte und übersetzte Hans ihre Deutungen und sagte nur immer yes, yes und yes.

Sie deutete mit zugehaltener Nase, sie rieche unser Benzin, dass vom Auto her anscheinend herausläuft. Hans denkt, dass der zweite Tank zu voll war und sich bei dieser Hitze ausdehnte und der Überlauf das überschüssige Benzin absonderte.

Beim Anfahren fängt das Auto zu stottern an, bis er umschaltet auf den vollen Tank.   Es ging immer noch bergan, obwohl wir schon fünfzig Kilometer hinter uns hatten. Der Wind wurde  kühler hier oben, trotzdem waren  es immer noch 25 Grad. Mehrere Autos hatten sich schon übernommen, lagen am Straßenrand und ließen das Kühlwasser ausrauchen. Der ADAC oder Tripple A - ‚AAA‘ hatte Hochkonjunktur. Die Holztransporte zuckelten extrem langsam, um die Bremsen nicht zu überanspruchen. Die Brems-Straße geht steil bergan, um den Schwung von Lastwägen mit durchgebrannten Bremsklötzen  aufzufangen.

Wir fuhren auf einen waagerechten Bergkamm zu, der aussah wie ein Staudamm.

Mit 1728 m hatten wir den  Pennasc Summit erreicht. Im Norden sahen wir den Pennasc Lake der über den Summer Travel Road erreichbar war.

Die Waldschneise öffnete  sich und gibt den Blick frei in ein Biotop mit einem dunkelgrünen See der am Rande mit Seerosen bewachsenen war. Nachdem wir   mehrere Kilometer ziemlich weit oben waren, konnten wir die dunklen Seen in den Wäldern lokalisieren. Vereinzelt sahen wir  eingezäunte Weiden.

Es ging wieder bergab, erst mal 22 km.  Hinein in das nächste Valley, wovon Kanada mehr als ausreichend besitzt. Ein Rotel kam uns entgegen.  Kleine Schlafkojen im hinteren Teil des Busses und vorne die Sitzgelegenheiten für die Fahrgäste.

Das Land war wasserreich und für die Pferde gab es mehr grün zu finden.

Merritt lag am Highway 5 im gleißenden Sonnenschein und bei 33 Grad.

Im Visitor Center erfuhr ich, dass es nur private Campingplätze im Stadtinneren gibt und das war für uns nicht verlockend genug.

 Der Coldriver schlängelte sich entlang des Highways in zweihundert Meter Tiefe und hatte leider keine Übernachtungsmöglichkeiten.


Schade und darum fuhren wir weiter bis Hope, auf den gleichen Campingplatz wie letztes Jahr.

Im Auto war es furchtbar heiss bei 35 Grad und wir wollten  unser Ziel erreichen. Außentemperatur lag bei niedrigen 25 Grad und es weite ein starker Wind, der uns hin und her beutelte .

 

(Othello Tunnels Toll Free 1-877-869-0543 – Exit 183 Hwy 5 – email: othellocamp@uniserve.com 20 $ +tax

hier ein paar Tipps:

Hope: www.hopechamber.bc.ca   Hell’s Gate Airtram www.helsgateairtram.com

Rafting: www.fraserraft.com  Camping www.wildrosecamp.com Hwy #1

 Skagit Wilderness : Horseback Abenteuer: www.members.tripod.com/horsepacking

Jim oder Vicky Fougere in Hope  1-604-869-9543

 

Hope - liegt an der Mündung des Fraser River den wir letztes Jahr  entlang Richtung Norden fuhren. Nun kamen  wir vom Norden von Merritt und durften pay Toll 10 Dollar bezahlen. Ausweichmöglichkeiten gab es keine und so darf jeder bezahlen.

Vergangenes Jahr fuhren wir die Fraser-River-Route Highway # 1 entlang mit den   7 Othello-Tunnel Richtung Boston-Bar.   Der längste mit 610 m war der 7. China Bar Tunnel. Weitere sind: 1. Yale 2. Saddle Rock, 3. Sailor Bar, 4. Alexandra, 5. Hell’s Gate, und 6. Ferrabee – Tunnel.

Hope und seine Umgebung empfing uns mit seiner Wildheit und Unberechenbarkeit, seinen steilen Bergen ringsumher und seiner Katastrophe vom 9. 1. 1965 als der Hope Slide, ein ganzer Berghang des Johnson Peak abrutschte, mit ihm 46 Millionen cbm (= 60 Millionen cubic yards) Gestein, Muren und Bäume das Tal begrub, einen See, den Outram Lake, auffüllte und sein Wasser an die gegenüberliegende Seite drückte. Der Highway Nummer drei vom Süden kommend musste erneuert werden und liegt nun 45 m höher als vorher.

Hope wird auch Hollywood of the North genannt. Der QUINTETTE TUNNEL wurde für die Eisenbahn  1911-1916 erbaut war heute ein atemberaubender Anblick von der PIONIER Zeit und 1959 für den Zugverkehr geschlossen. Hauptsächlich Wild-West-Filme wurden rund um die Coquihalla Canyon und der Kettle Valley Railway gedreht. „First Blood“, den erste Rambo-Film drehte man  1982 mit Sylvester Stallone. John Rambo = Sylvester Stallone.  Brian Denneby = Sheriff Teasle. So erhielt Stallone den Spitznamen Rambo unter dem man ihn sofort erkennt. „Blockbuster“ „K2“ waren ebenfalls hier gedreht worden. Weitere Filme:

1993 „Far from home“ -  1993„Adventure of yellow Dog“  - 1994 „White Fang II“

Die 1896 errichtete Holzkirche Christ Church soll die älteste von Kanada sein.

Die ersten STO:LO – INDIANER – im Salish-Sprache: Leute des Flusses - lebten im Fraser Canyon, zwischen Hope, Yale  und Lytton.

Diademhäher/ Steller’s Jays, prächtig blau befiederte Vögel hüpften auf dem Campground umher, suchten neugierig alles ab. Die rotbäuchige Wanderdrossel

Gegen zwanzig Uhr war Raubtierfütterung. Der Camp-Eigentümer hatte seine Trout gefüttert (Regenbogen-Forellen). Dick und Fett und groß schnappten sie nach dem Futter. Wir hatten jeder ein Erdbeer-Eis in der Hand und schauten zu.

Wir sind beide hundemüde, so wie der Balu von der Ranch, und gehen früh zu Bett. Der ruhelose Highway transportierte die ganze Nacht seine Gäste nach West und Ost. Der Schall der  Motorengeräusche wurde von den steilen Wänden zurückgeworfen. Zwischendurch hörte man einen Vogel zwitschern.

 

 

2001 07 11 Hope

Mittwoch 11. Juli 2001

 

Hope, Fraser River nach Vancouver

 

In der Nacht kam zu später Stunde noch ein Wohnmobil am Nebenplatz an.

Heute Morgen ging die Türe auf und eins, zwei, drei Kinder kamen heraus und gingen mit dem Hund Gassi. In den nahegelegen Waschräumen mußten sie die Toiletten aufsuchen. Die  Zwillinge und der Bruder mit Hund durften  mit dem Vater in Urlaub gehen. Die allein erziehende Mutter war zu Hause und muss arbeiten?

Kurze Zeit später:  Puddelig – Die Kinder mit Vater, also alle vier mussten  mit der Zahnbürste in der Hand vor dem Wohnmobil ihre Zähne putzen. Gab es keinen Wasseranschluss drin? Wider erwarten tauchte dann doch die Mama auf, (man soll erst abwarten und dann Schlüsse ziehen) und wir dachten, es gibt Frühstück. Nix da, Vater klappt die Treppe hoch und ab geht’s zum Mac Donald zum Frühstücken.

Unsere  Fahrt ging auf Nebenstraßen, durch Valley und am Kawkawa Lake vorbei. Aurafalter und Schwalbenschwanz gaukelten in den frühen Morgenstunden zusammen mit den Zitronenfaltern entlang der sonnenerwärmten, blumigen Berglehen.

Hope war ein sehr nettes Städtchen. Sauber hergerichtet um alle Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Bemalte Häuser ‚Murrals‘ und ihre große Ausstellung der geschnitzten Sehenswürdigkeiten. Bären, Trapper, Hunde und all die Tiere die es in Kanada gibt. (bald eagle, moose, bear, ect.).  Pete Ryan, geboren in Toronto 1950, präsentiert sein Hobby, die Bildhauerei, ‚Chansaw carver‘. 1986 für die Expo in Toronto für den Yukon Pavillion. Seit 1991 lässt er seine Figuren in Hope aufleben. Eine willkommene Abwechslung für die Touristen in Hope, wo man an jeder Ecke einen Japaner finden kann. 

Im Supermarkt gab es hundert Sorten Tee, nur meinen Cranberry-Tea kann ich nicht finden. Dafür sind die Okanagan-Valley-Cherrie’s um ein Drittel billiger, als bei den Abnehmern selbst.


 

Fraser, Fluss im westlichen Kanada, 1368 km, durchfließt mit seinem Mittel- u. Unterlauf das Fraser-Plateau, mündet bei Vancouver in den Pazifischen Ozean.

In Hope zweigt der Highway #1  ab Richtung Norden.

Der Fischadler/Ostprey zieht seine Flugspiralen über dem Wald und dem friedlichen Gewässer. Der Bald Eagle zieht seine Kreise über dem nächsten Revier

Das weite Land war überall bebaut. Weiße Zäune zeigten eine Pferde-Ranch an.

Die jungen Kälber suchten sich ihr Futter selbst.

Die Maisfelder sind ca. einem Meter hoch.

Die Kartoffel-Felder zeigten ihre zart-rosa Blütenstände.

Der Highway war stark befahren. 

Ein Polizist lotst den neben uns fahrenden Combi raus. Sein Blitzapparat stand neben ihm auf dem Beifahrersitz. Während der Fahrt macht er Aufnahmen wie sein Vordermann sich verhält.

Auf einer Himbeerfarm pflückten sie die reifen Früchte. Ein Radlfahrer fährt den mittleren Streifen ab und sucht die herausgeworfenen Dosen und den Abfall zusammen.

Viele Wohnmobile mit Elk-Geweih auf dem Dach hatten wir gesehen.

Durch Vancouver durch ging es mehrere Kilometer – straight ahead – immer geradeaus. Es hatte um die 28 Grad und die geteerten Straßen reflektierten das zurück.

Vancouver wollten wir dieses Mal nicht sehen.

Die Auffahrt zur Fähre haben wir in Horsebay um eine Straßenbreite verpasst und landeten im Ort. Ein Mann den wir fragten lachte kräftig, da er auch eine Ortsbesichtigung gemacht  hatte. Fünf Kilometer ging es zurück, über eine Brücke und beim zweiten Anlauf klappte es. Dafür sahen wir die Fähre von hinten, da sie vor einer viertel Stunde bereits abgelegt hatte.

Die Wartezeit ging schnell vorbei, da ich mir den Hafen anschaute.

Die Fähre kostete achtzig Dollar und ein paar zerquetschte und dauerte ein einhalb Stunden. Mittagslunch bei Original Burger und Fries. Ich nahm den Combo mit Getränk, da dieser nur einen Cent mehrer kostete.  Das schaukeln auf der Fähre lullte uns ein, so hatten wir unseren Mittagsschlaf gleich mitgemacht.

Durch Nanaimo durch und ohne Hunger an der Bäckerei vorbei.

Kurz nach Lantzeville kamen die Austernbänke Sie brachten bei 28 Grad im Schatten einen entsetzlichen Gestank mit sich.

Unsere Route verlief Richtung Norden und dann Westen. In Coombs grasten die Ziegen auf dem Fruit-Haus und jeder kann zuschauen.

Der Quallicum-Campground war ein B.C: Provincial Park, kostete 15 Dollar und jeder hatte seinen eigenen großen Platz mit Feuerstelle. Hunde sollten an der Leine gehalten werden, doch keiner hält sich daran.

Unsere Deutsch-Canadischen Nachbarn kamen aus dem nahegelegenen Nanaimo und wollen die Natur mit Schatten und Hundespaziergang genießen, obwohl sie ein Haus mit Garten haben.

Der Weg zum Quallicum-Fall war sehr schön angelegt und ging am Fluss entlang. Verschiedene Bäume spendeten Schatten. Ein braunes Squirrel oder Eichkatzerl hüpft behende von Ast zu Ast.

Oben fühlt es sich sicherer und schaute mich ganz neugierig an. Der Wasserfall war höchsten zwei-drei Meter hoch, trotzdem waren wir nicht darüber enttäuscht, da er sich in einer steilen Schlucht befand,  ausgewaschen durch Jahrhunderte hindurch. Weiter drunten gab es einen zweiten Wasserfall. Retour ging es durch dunklen Wald, etwas entfernt vom Quallicum-River.

Beide waren wir übermüdet und gesundheitlich schlecht drauf. Ich konnte nicht liegen und setzte mich ins Bett und schaute bis Mitternacht aus dem Fenster.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2001 07 12 Wale beobachten

Donnerstag 12. Juli 2001

 

Port Alberni, Ucluelet und Tofino

 

Zehn Grad hatte es in der Nacht mitten im Wald. Die Hitze war leider vorbei. Wir hatten zwar ein großes Wohnmobil, konnten jedoch von Summerland keine Wärme-Grade mitnehmen. Hans wünschte sich für die letzten drei Tage an der Beach zu liegen und nur noch zu brutzeln.

Der Cameron Lake lagt eingebettet im Waldgebiet und strahlte die morgendliche Ruhe aus. Beim Mc Millan Provincial Park standen die Leute Schlange um die mit Bretter erhöhten Wege durchzuwandern. Riesige Zedern säumten die Straße und man kann man sie im Park bewundern. Querschnitte zeigten durch Jahresringe an wie alt die Bäume waren, als sie gefällt wurden.

Mächtige, bis zu 80 m hohe Douglasien und 30 cm dicker Baumrinde gab es  hier. Um 1492 wütete ein Großfeuer und ließ die mächtigen Keimlinge am Leben.

Hier kann man das Leben wie vor einhundert Jahren nachvollziehen. Viele Bäume wurden gefällt und zu Papier verarbeitet.


 Zwei LKW machten bergauf ein Schneckenwettrennen und keiner gab nach.

Port Alberni  Summit mit 375 m hatten wir erreicht und Mount Arrowsmith mit seinem winterlichen Ski-Area. Hier wurde der gnadenlose Kahlschlag der Küstenregenwälder auf Vancouver Island besonders brutal von der Holzindustrie durchgeführt.

Den Sutton-Pass mit 1175 m Höhe haben wir mühelos erklommen. (Oder waren es nur 175m ?)  Der Sutton-River ist jedoch ohne Wasser, obwohl er im Frühjahr Wasser haben sollte.

Aus dem Lexikon:  Fingerhut, Digitalis, Gattung der Rachenblütler (Scrophulariaceae); am häufigsten ist der in lichten Waldungen u. Rodungen wachsende Rote F., Digitalis purpurea; seltener sind der Großblütige Fingerhut, Digitalis grandiflora, der unter Naturschutz steht, u. der Gelbblütige Fingerhut, Digitalis lutea; alle Arten enthalten giftige Glykoside. Die ganze Pflanze ist beim Fingerhut stark giftig. Bei geringerer Dosierung sind die Giftpflanzen meist gesundheitsfördernd u. finden als `Heilpflanzen Verwendung. Die Giftstoffe wirken vorwiegend auf Darm u. Magen, auf die Herztätigkeit u. auf das Nervensystem ein. Hier kann man nicht von selten sprechen.

Überall sieht man  viele der  pinkfarbenen Hütchen und auch sehr viele weiße Digitalis.

Ein riesiges Felsenplateau wurde umspült von einem Fluss, dem Cats Bear Creek. Ideale Plätze zum Fotografieren Seine steilen Felswände waren fesselnd schön und mit Grün bewachsen. Das Wasser war glasklar und bis zum Grunde zu durchschauen, so dass man jedes Sandkorn am Boden erkennen konnte.

Die Springblume, die sich auch in Deutschland breit macht wächst wild zwischen dem grünen Fichten. Man hört das aufschnaufen eines Wohnmobillisten, als er uns überholen konnte. Er kam aus dem Staate Washington und zog ein riesiges Boot hintennach. Als es 18 Prozent Gefälle gab, hatten wir ihn wieder eingeholt.

Der Highway wird zu einer kurven-reichen schmalen Bergstraße. Die 1966 betonierte Abgrenzung war dick mit Moos bewachsen. Der Kennedy Lake ließ sich nicht stören. Mehrere Stellen der Straßen mussten neu geteert werden, da bei der letzten Schneeschmelze das Erdreich weggespült wurde.

Ucluelet an der rauhen   Pacific Rim Coast  zeigt sich im Kleide eines Fischerdorfes. U-clue-Let heisst in der Sprache der Indianer ‚Nu-chal-nulth-Indianer oder ‚Menschen mit einem sicheren Landeplatz‘. Bei 14 Grad lieblicher Pazifik-Kühle erforschten wir das Gebiet rund um den Leuchtturm.

Der Wild Coast Trail über 2 km war eine Touristen-Ausführung um die Brandung aus näherer Umgebung zu sehen. In dreißig Minuten hat man alles gesehen, das stürmische Meer, die wogende Brandung und den Wind der dein Haar durcheinanderwirbelt. In der Ferne hörten wir das Nebelhorn in regelmäßigen Abständen tuten und die Kirchenglocke erklang seit fünf Minuten in dumpfen Tönen. Das Leuchtfeuer  weist den Seefahren den Weg in den sicheren Hafen.

. Im Dorf selbst steht das Schiff Evelyn May, es hat ausgedient und darf im Garten sein  Dasein fristen.

Das erste Mal, dass wir in Kanada einen Radweg sehen.

Bei Suzies View sahen wir einen Vogel Strauß im Garten.

Ein riesiger Kran half den Arbeitern beim Schneiden der Bäume, damit sie nicht in die Telefonleitungen hineinwuchsen. Als Hilfe standen Frauen da, die die Autofahrer zum Stoppen oder Slow aufforderten. Ein Freihandrasenmäher mähte die Seitenteile ab.

Eiben wechselten sich mit Zedern ab, dazwischen rotblühende  Rhododendren-Büsche.

Den langen Strand von Long Beach sahen wir verwaist. Die Sonne traute sich noch nicht heraus und zum Schwimmen war  es viel zu zu kalt.

Ein paar Campgrounds klapperten wir ab und erst beim dritten hatten wir drei zur Auswahl oder weiterfahren. Wir entschlossen uns zum Dableiben und ich versuchte bei einem Telefonanruf zu klären, wann das nächste Boot zu den Hot Spring ginge.

„Yes, it’s leaving now!“ – Ja, sagte eine Frauenstimme, es sollte gerade losfahren. Wollen sie mit? Ich sagte: Off course. Wir klärten schnell die wichtigsten Fragen, Hans baute das Wohnmobil wieder ab und schon ging es Richtung Hafen. Zwanzig Minuten mussten sie auf mich warten, aber der Preis  als Einnahme war wichtiger, als die Pünktlichkeit. Sprung hinein und los ging es bis zum ersten Stop.

Auf einen kleinen vorgelagerten Insel, hoch droben im Wipfel hatte sich ein Bald Eagle Pärchen ein Nest gebaut und zieht gerade zwei Junge groß.  Die sechswochenalten  Zöglinge bekommen erst mit drei Jahren einen weißen Kopf, dann sind sie auch echte Weißkopfseeadler.

Sechs einhalb Stunden dauerte die Bootsfahrt entlang des „Pacific Rim National Park Reserve“ durch das Inlet, zwischen vielen kleinen Inseln. Meares Island, Opitsat, Vargas Island, Stubbs, Cat Face, Flores Island mit Ahousaht, durch den Millar Channel in den Sydney Inlet an eine Höhlenreiche Küste. Eine Höhle neben der Anderen. In eine größere Höhle ist er mit dem Boot hineingefahren, soweit es ging, und wieder Rückwärts heraus. A plenty of Seastars, einige hunderte Seesterne waren an den Küstenrändern zu sehen, da gerade Ebbe war. Außerdem Muschelbänke oder das röhrenähnliche ein Meter lange Seegras, dass die Seehunde so liebten.

Seehunde, Hundsrobben, Phocidae, Familie der Robben; fast völlig an das Leben im Wasser angepaßte Tiere, die sich an Land nur mühselig durch Vorstrecken u. Zusammenziehen fortbewegen können. Die 5 Zehen der Flossenfüße sind durch Schwimmhäute verbunden. Seehunde sind ausgezeichnete Schwimmer und Taucher, die mühelos Fische als Nahrung erbeuten. Die Seehunde nicht zu verwechseln mit den Seehund der im nordischen Europa lebt, sind gesellig; sie leben an den Küsten aller Meere.


 

Kormorane bevölkern die kargen Felsen die für Schiffe so gefährlich sind.

Im Norden von Flores Island liegt die Insel Maquinna Provincial Park, (der Park wurde am 7. 1. 1955 gegründet) mit  der Hot Springs Cove. Dreißig Minuten bei 795 Stufen konnte ich bequem den zwei Kilometer langen Board-Walk (Fußgänger-Holz-Weg) gehen. Schon der spannende Anblick durch die  unberührte Natur hindurch in die Ferne entschädigte mich für den langen Fußmarsch durch den herrlichen sonnendurchflutenden Regenwald. Gischt spritzte gegen scharfkantige Felsen, die unterhalb des Fußweges sind.  Riesige Zedern zeigten das Wachstum in verschiedenen Stadien. Oberhalb der geschützten Bucht kam das heiße Wasser aus dem Berg heraus, bahnte sich den dampfenden Weg durch unwegsames Gestrüpp wo es seine weißen Mineralien an den Uferböschungen ablagerte. Ein Wasserfall von ca. 55 Grad kühlte sich im ersten Felsbecken auf 51 Grad ab und jedes weitere jeweils 5 Grad weniger. Das Meereswasser kühlte das ganze bei Überflutung schnellstens ab. Zweimal zehn Minuten ließ ich mich bei 51 Grad kochen und war anschließend rot wie ein Krebs, dann machte ich mich auf den beschwerlichen Rückweg. Statt der dreißig, brauchte ich sechzig Minuten zurück. Am Boot angekommen, hätte ich die schönste Lust gehabt, nochmals ins heiße Wasser zu steigen.

Retour ging es quer über den Pazifik und entlang des Clayoquot Sound. War bei der Hinfahrt das Meer eine ziemlich glatte Angelegenheit, konnte man das auf dem Rückweg nicht mehr sagen. Des öfteren wurden die hinteren Fahrgäste draußen nass oder das Boot wurde von einer Welle zuerst versteckt und dann in die nächste geworfen.

Whale watching (Wale beobachten) war angesagt. Per Funkgerät konnte John von  Sea-Trek-Tours die Gespräche mithören und wusste sofort, wo was war. Ein Deer mit fresh antless (Hirsch mit kurzem Geweih)  am Uferrand, dass geruhsam durch den Sand trottete oder Weißstreifen-Delphine  die ihre springenden Spiele machten, indem sie vor den Booten herschwammen.  Wir trafen eine größere Truppe von Grauwalen westlich von  ‚Flores Island‘ und Buckelwale vor Long Beach. Sie zogen gemächlich ihre Wege durch den weiten Ozean und ließen ihre Tales (Schwanzflosse) bewundern.

Aus dem Lexikon: Wale, Cetacea, Ordnung der Säugetiere, die sich sekundär dem Wasserleben angepasst haben. Wale haben einen torpedoförmigen, strömungsgünstigen Körper, an dessen Ende eine waagerechte, halbmondförmige Schwanzflosse das Tier fortbewegt. Auf der Rückenseite findet sich oft eine Rückenfinne (analog zur Fettflosse der Fische). Als Wärmeschutz u. zur Verbesserung des Auftriebs dient ein bis zu 50 cm starkes Unterhautfettgewebe. Wale atmen nicht automatisch, sondern bewusst. Der Geruchssinn ist völlig verlorengegangen, die Augen sind schwach, das Gehör gut, doch äußere Ohren fehlen. Das Gehirn der Wals ähnelt dem des Menschen, Teile der Großhirnrinde sind sogar stärker gefurcht u. sind wohl verantwortlich für das große Lernvermögen der Wales.

Im späten Frühjahr ist der Fischer-Ort Tofino mit seinen 1100 Einwohner voller Besucher, die die Wal-Wanderung der Grauwale von Mexiko nach Alaska bewundern wollen.  Spät am Abend legten wir im Hafen von Tofino an und konnten ein eindrucksvolles Erlebnis für uns verbuchen.

 

2001 07 13 Tofino

Freitag 13. Juli 2001

 

Tofino das Fischerdorf

 

War heute wirklich Freitag der dreizehnte? Jedenfalls kam es uns so vor. Wir wollten schwimmen gehen. Um acht Uhr, die Tür war verschlossen. Wir wollten unser Abwasser loswerden. Aber wir standen auf dem Tankdeckel. Wir wollten einen Wasser-Flugzeug-Rundflug machen, aber pro Person 140 Dollar, ca. 210 DM, war uns zu teuer.

Wir wollten heißes Wetter an der West-Küste haben und bekamen nur schlappe 18 Grad zusammen. Aber – das liegt nicht am Freitag den 13. sondern einfach, weil es mit dem Wetter nicht so klappte.

Wir ließen uns nicht unterkriegen und gingen in das Camp-eigene Schwimmbad mit Whirlpool um neun Uhr vier. Und ... im Whirlpool saß ein blondgelockter Jüngling drin, der sich als Freund der Angestellte herauskristallisierte. Hier heiß es nicht der Kunde ist König, sondern die Angestellten, denn die Eigentümerin wohnt in Calgary, weit, weit, sehr weit weg und kommt höchstens einmal im Jahr.

Nach der vormittäglichen Doppel- Patience und dem reichhaltigen Brunch, es gab frisch gebratene Fleischpflanzerl mit Toastbroat oder einfach Hamburger, fuhr ich mit dem Skooter nach Tofino.

 

 

Patience [die; französisch, „Geduld“], seit dem 19. Jahrhundert bekanntes Lege- u. Geduldspiel mit Spielkarten (2 x 52 Blatt mit französischen Farben); klassisches Kartenspiel für eine Person. Doppel-Patience wird ähnlich gespielt, mit zwei Personen und gegeneinander. Etwas abgewandelt werden vier mal drei verdeckte Karten plus eine Aufgedeckte pro Satz aufgelegt. Ein Talon mit zwölf verdeckte und einer aufgedeckte Karten.. Durch An-, Hoch- oder Umlegen werden Sequenzen von Karten in bestimmter Reihenfolge gebildet. Haben alle Karten ihren durch die Spielregel bestimmten Platz gefunden, ist die Patience aufgegangen. Es wird nach Punkten abgerechnet. (Stapel 20 Punkte, Schluß-machen 50 Punkte + dem Verlierer seine restlichen Karten = Gewinnsumme.)


Die Gravelroad vom Mackenzie-Campingplatz war so stark und glatt-gefahren, dass ich sie mühelos nehmen konnte.

Der botanische Garten zeigte die schönsten Blumen im japanischen Teil, ein kanadischer Garten und dem Natur-Pfad (man lässt die Wildnis weiterwachsen wie vor hundert Jahren und legt einen ‚board-walk‘ durch) direkt an der felsigen Beach entlang. Der Eintrittspreis war zu hoch.

Alan Wagstaff hatte ein kleines Häuschen ein paar Treppen hinab an der Hauptstraße. Sein Neufundländer hatte ein Gesicht wie ein Braunbär (auch braun) und einen Körperbau wie ein Dalamatiner, beige-gefleckt. Seine Kate, nicht mal zwei mal vier Meter groß war sein Atelier. An den Wänden hingen Skizzen-Copy’s, die er aus seinem Handbuch entnahm oder Aquarell-Bilder. Sehr eindrucksvolle und schöne Zeichnungen. Zum Abschied schrieb ich ein paar Zeilen in sein Gästebuch und bekam als Dank ein beschriebenes Blatt Papier mit.

Der Künstler war sehr nett und freundlich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kunst als Botschaft

© Brigitte Obermaier, München, 2001 07 14

 

Kunst heißt Mut.

Verwirklichung und Streben.

Die Seele bewegt das Gut.

Kunst ist das Leben

 

Kunst ist  Ausdruck.

Begeisterung für das Leben.

Liebe hält dich nicht zurück

Realisieren heißt sich bewegen

 

Kunst mit Beschaulichkeit.

Beobachten ist unvermeidlich.

Bedeutung, Stimmung oder  Empfindsamkeit

Bei der Betrachtung wird man kreativ.

 

Kunst  ist Bewegung.

Bestätigung des Vorhandensein.

Leben ist Bestrebung.

Entfaltung mit dem Herzen allein.

 

Kunst heißt eine Botschaft avisieren.

Die Seele voll Harmonie, sich anlehnen.

Schätzen, inspirieren oder kritisieren

Was man bekommt darf man sich nehmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der fourth Street gab es ein Geschäft nach dem Anderen. Ich entdeckte lustige Eisbär- und Braun-Bär-Bilder.

Im zugigen Hafen liefen die Leute geschäftsmäßig umher. Fischkutter kamen an und priesen ihren Fischfang an. Rafting-Boote warteten auf zahlungskräftige Kunden.

Im leuchtenden Rot lag ein Boot vor drei kleinen farbigen Fischerhäusern am Meeresstrand. Ein sturm-gebeugter Baum wuchs zwischen scharfkantigen Felsen heraus.

Das Wasser-Flugzeug war mir zu teuer und die Weißkopfseeadler-Familie konnte ich von hier aus nicht sehen. In der Forth-Street stand ein Geschäftsblock in taubenblau mit weiß-randigen Fenstern. Gegenüber das ‚Rainforest Interpretive Center‘ ein eidotter-gelbes Haus. Von beiden machte ich eine Skizze und rollte weiter. Im Indianer-Craft-House priesen sie Indianer-Artikel in großen Mengen an und in der Eagle-Aerie Gallerie, Stephen Mayor – Director – eagleaerie@tofino-bc.com www.royhenryvickers.com wird man mit Dunkelheit umgeben um die beleuchteten Kunstwerke zu bewundern.  (Roy Henry Vickers
June 2001)

Beim Co-Op kaufte ich Toast-Brot um nicht zu verhungern und für Hans wollte ich Bier kaufen, doch der Liquor-Store war wieder einmal geschlossen.

Gegenüber entdecke ich ein Totem-Gemälde und skizziere die vorbeifliegenden Kanada-Gänse.
2001 07 14 Kunst als Botschaft

Samstag 14. Juli 2001

 

Von Tofino durch Vancouver Island Süd

 

Der letzte Samstag in unserem traumhaften Abenteuer-Urlaub. Wir verließen das unfreundliche, unkomfortable und teure Mackenzie-Nest und fuhren nach Tofino. Hans entdeckte durch das Fernglas die Adler-Familie auf der vorgelagerten Insel und sah die Wasser-Flugzeuge wie sie landeten und starteten. Beim Co-Op holten wir uns Gurken und fuhren Richtung Süden.

Die Straße war wenig befahren und wir mussten das leichte unwegsame Insel-Gebirge überqueren. Die pink bis rosa und weißen Fingerhüte empfingen uns mit ihrer starken Leuchtkraft.  Die Vegetation war sehr reichhaltig an Sträuchern, Büschen und Bäumen.

Am Taylor-River waren 1967 25 qm Wald abgebrannt. Beim Rastplatz hatte ein junges Pärchen mühselig einen Pfannkuchen auf kleiner Gasflamme auf dem Reise-Bunsenbrenner gebacken. Die Sonne war ihnen wenigstens wohlgefällig und sie konnten die Wärme ausnutzen.

Carving Workshop – Selbst erarbeitete Schnitzereien wurde mitten im Wald angeboten.

Am Sproat-Lake sind die Wasser-Bomber stationiert zum Einsatz für die verheerenden Waldbrände.  Rosa Wicken zieren den Ortskern. Am Parkplatz hinter der Tankstelle ist Samstags Flohmarkt. Familie Wilson wohnt Hausnummer 666 direkt an der Hauptstraße gleich beim Mac Coy Creek.

Den Somass-River überspannt eine eiserne Brücke.

Am Rastplatz stellten wir fest, dass wir keinen Strom hatten, das heißt in der Nacht wird’s sehr dunkel werden ohne Power. Ausgerechnet jetzt, wo für mich zur Zeit das zu Bett gehen nur ein notwendiges Übel war.

Die bis zu 80 m hohe Douglasien und mit 30 cm dicker Baumrinde im Mac Millan Provincial Park wollten  alle sehen. Es gab keinen Parkplatz für uns oder wir mussten uns hinten anstellen. Das kann dauern.

 

 

 

Das Wetter hatte den ganzen Tag bescheidene 18-20 Grad.

Am Englishman-River-Falls-Provincial-Park fanden wir mit Müh und Not einen hellen Platz. 15 $ kostete der Platz mit Holz und Wasser. Gesunde Zedernbäume und mit hellgrünen Spitzen versehene Fichten  lassen uns die Natur hautnah spüren. Der Englishmann River Fall lud uns ein zum Verweilen.

Der Platz Nummer 83 war relativ hell. Während des Kochens suchte Hans noch mal alles ab, wegen der Sicherung, öffnete die Klapper unter dem Backofen und auf einmal war das Licht da. Beruhigt über den Erfolg ließ er das Lagerfeuer schön auflodern und machte es sich gemütlich. Beim Kartenspielen hatte er drei Mal hintereinander gewonnen und ich das Nachsehen. Ich legte mich ins Bett und las meinen Krimi weiter.

 

2001 07 15 Sonntag

Sonntag 15. Juli 2001

 

Von Coobs, Chemainus, Duncan nach Victoria

 

Die Nacht war wieder stockduster. Man sah nicht einen Zentimeter weit. Die Hunde heulten von der Petting-Farm (Kleintier-Farm) und waren sehr aufgewühlt. Irgend etwas beunruhigte sie. Nach unserem kargen Sonntagsfrühstück verzogen wir uns sofort, da es zu Regnen anfing.

Die Gemütlichkeit war dahin. Die Campingplätze wurden nass.

 

 

 

 

 

 

Bei den Zetlern: Das Frühstück wurde nass. Die Wäsche auf der Leine wurde nass. Die Kinder zogen sich warm an und hüpften in den Wasserpfützen herum. Kleinkinder wurden in den Kinderwagen verband und festgezurrt, damit sie nichts anstellen konnten.

Eine beruhigende Feststellung hatten wir trotz des Sauwetters: „Es war der letzte Wohnmobil-Tag“ und somit fuhren wir, ziemlich Früh,  zurück zum Hauptquartier.

 

Die Columbia Bakery in Nanaimo fanden wir auf Anhieb aber leider  war Sonntag geschlossen. Sie liegt in der 2151 Bowen Road Ecke Northfield. Tel. 758-7219 Fax 758-7239.

 

Chemainus empfing uns mit seinen 32 Murrals und etwas Sonne. Die Michaels-Kirche lud zum meditieren ein. Das Weihnachtsgeschäft war gut besucht. Das alte gußeiserne Ehepaar saß friedlich nebeneinander auf der ehernen Bank.

 

 

 

Murrals in Chemainus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 Duncan zeigte sein Sonntags-Gesicht, Downtown war leer und wir konnten die aus Holz geschnitzten Totempfähle bestaunen.

Der gelb-blühende Ginster ist verblüht und die weiß-blühenden Spireen säumen den Weg nach Victoria. Wir wollen nirgends mehr bleiben, wollen nirgends mehr übernachten. Victoria heißt bei uns Esplanade - unser Ziel.

Heinz empfängt uns und Mimi, das schwarze Pudel-Fräulein rennt mich fast über den Haufen vor lauter Freude. Sie tanzt richtig um mich herum und sagt mir, dass ihr Frauchen nicht da ist.

Wir machen klar Schiff mit dem Wohnmobil und besuchen Nachmittags Sybille mit den Kindern. Tom hatte feine Rouladen gekocht mit Spätzle und Kas-Spatzen dazu. Heinz hatte Grill-Rippchen mitgebracht, damit das Essen für alle reichte.

Michael, war im März zwei Jahre alt,  tobte mit den Zwillingen Caroline und Stephanie auf dem Trampolin herum. Ich lernte den Kindern Freundschafts-Bänder zu knüpfen und las ihn den ‚Bär Bartino‘, einer meiner selbst geschriebenen Kindergeschichten vor.

Abends traute sich kurz mal die Sonne heraus, doch der Wind blies uns kühl um die Nase.

 

2001 07 16 Malen mit den Zwillingen

Montag 16. Juli 2001

 

Von der Bibel und malen mit den Zwillingen Caroline und Stephanie

 

Laut Lexikon:  Bibel [griechisch biblia, „Bücher“], Buch der Bücher, Heilige Schrift, die als Offenbarung Gottes u. daher von allen christlichen Kirchen u. Gruppen als normativ anerkannten Schriften des hebräisch geschriebenen Alten Testaments (AT) u. des griech. geschriebenen Neuen Testaments (NT). Teile der Bibel wurden bislang in 537 afrikanischen, 470 asiatischen, 288 ozeanisch-pazifischen u. 186 europäischen Sprachen veröffentlicht. Vollständige Bibeln gab es in 55 europäischen u. 211 außereuropäischen Sprachen. Der Weltbund der Bibelgesellschaften betreibt über 600 Übersetzungsprojekte im Bereich der außereuropäischen Sprachen.

Kristina war so freundlich und hat mir drei deutschsprachige Bücher zum Lesen mitgegeben, die ich alle gelesen habe. ‚Ich hab mein Herz im Wäschekorb verloren‘ gefiel mir nur teilweise. ‚Auf Mallorca liebt es sich besser‘ hatte ich gleich dreimal durchgelesen, da es sehr amüsant geschrieben war.

Das dritte Buch war die Bibel. Keine normale Bibel, wie oben im Lexikon beschrieben, sondern eine ‚Bayerische Bibel‘ aus dem Jahre 1951. In Reimform wurden die einzelnen Kapitel beschrieben. Jeden Abend beim zu Bett gehen, habe ich ein Kapitel vorgelesen. Uns hat das sehr gut gefallen, mal von Adam und Eva auf Bayrisch zu erfahren, von der keuschen Susanne oder von Sodom und Gomorrha.

Beim Wohnmobil aufräumen viel mir ein Buch von St. Michael in die Hand. Versehentlich war es hinter die Eckbank gerutscht und nun muss ich mich entschuldigen, dass ich es aus Summerland entwendet habe. Das werde ich gleich mit dem nächsten E-Mail-Brief machen. (Ob sie mich fressen werden? Dem Kojoten als Abendmahl anbieten? Hoffentlich nicht.) Wie heißt es so schön: Ich hab noch einen Koffer in .... Ich werde sagen: Ich hab noch ein Buch von Summerland – und dahin wollen wir zurückkommen.

Gegen Mittag rief Sybille an, dass sie mit den Kindern kommt.

Zuerst hatte jeder Hunger. Caroline bekam Toastbrot mit Butter, Stephanie Bauernbrot mit Bierschinken. Maike bekam ebenfalls was.

 

Caroline und Stephanie hatten von uns einen Aquarell-Malkasten bekommen und durften von mir ein paar Techniken erlernen. Die Grundfarben kannten sie schon: Rot, Gelb und Blau. Ich zeigten ihnen die  Nass-in-Nass-Technik und die Nass-an-Trocken-Technik und wie man Farben mischt.

Sie lernten, dass gute Farben gute Pigmente haben müssen und dass man den Pinsel niemals im Wasserglas stehen lassen darf.  Weiß ist keine Farbe, war eine weitere gute Übung für Margeriten oder der Negativ-Malerei. Zum Abschluss kam noch ein Apfelbaum (den wünschte sich Caroline) dran und wie man aus leichten Strichen und Klecksen eine sehenswerte Katze (das wünschte sich Stephanie) machen kann.

Beim Drudeln ließen wir uns viel einfallen. Wer drudelt am Fenster vorbei, ist eine wichtige Frage und man konnte  aus kleinen Punkten und Strichen seiner Phantasie freien Lauf lassen. Die Frage was man aus den Buchstaben E M W W und dem kleine e machen kann, zeigte ich ihnen ebenso.

Michael ließ es sich nicht nehmen, holte sich einen Bleistift und zeichnete auf einem Blatt Papier die schönsten Striche und Kreise.

Das Wetter war hervorragend. Das nützte ich aus und ging später mit Mimi spazieren. Bis zum Park und dann schnappte sie sich den Ball und rannte wieder zurück zum Haus.


 

 

Gegen Abend kamen Heinz und Hans von der großen Schnürl-Wasch-Tour ziemlich geschafft zurück. Stolz präsentierte Hans seinen Fang. Mehrere silbern glitzernde ‚Pink-Salmon‘ in der Wanne. Ein ergebnis-reicher Tag und fang-frisch wie der Lachs war, kam einer sofort auf den Grill um den Tag zu krönen.

 

 

Ich gedachte auch derer die es nicht so leicht haben einen Salmon zu fangen, das waren die Möwen und Raben. Die Reste legte ich auf den Gartenzaun und sie kamen geflogen um es genüsslich zu verspeisen. Das wollte ich sehen und setzte mich mit der Kamera auf die Lauer, bis ich das Ergebnis in dem Kasten gefangen hatte.

Wir beobachteten einen Adler der im Meer einen riesigen Lachs mit seinen Klauen gefangen hielt und da der Fisch zu schwer war, musste der Adler seinen Fang nach einhundert Meter Flug leider wieder fallen lassen.

Den gemütlichen Abend verbrachte ich sitzend vor dem großen Fenster mit Ausblick auf das verschwiegene Meer. Ich sah nur die Geräumigkeit der gleichmäßigen Oberfläche.

Das Leben darunter konnte ich nur zu einem Prozent erahnen, deuten oder vielleicht etwas kommentieren? Die Wale ziehen vorbei – wer weiß wann?

Fische die sich im Meer Tummeln  - wer weiß wie viele Arten mit ihren verschieden-farbigen Aussehen  sich darin tummeln?

Tang oder  Gräser die am Meeresboden wachsen – wer weiß welche Sorten da oder dort am sandigen oder steinigen Untergrund sich in der unbekannten Strömung hin und herwiegen?

Den Sonnenuntergang konnte man durch das Farbenspiel miterleben.

Der Himmel wurde durch die Sonne koloriert und spiegelte sich im Meer mit hellblauen Tönen, die durch grün, gelb orange und rot eine Abwechslung erhielten.

 

 

 

 

 

 

2001 07 17 Fischfang

Dienstag 17. Juli 2001

 

Von Victoria Sooke und Metchosin

 

Mimi, die Pudeldame des Hause, kam heute auf die Schönheitsfarm. Heinz lieferte sie gegen neuen Uhr ab und holte sie spät Nachmittags wieder ab.

Denkste, leider hatte Heinz die Termine durcheinander geschaukelt und Mimi war Montags dran. Nun wird alles verschoben auf Donnerstag.

Hans schaukelte die ganze Nacht im Bett und er dachte er sei immer noch auf dem Boot. Fischfang ist was tolles, sagte er, wenn ein oder zwei oder drei Fische an die Angel beißen. Kohu oder Sockeye Lachse gehören zu den besten überhaupt.

Das Fischfleisch ist würzig und schmackhaft.

Wir machen das Wohnmobil sauber-fein.

Ich mache die Wäsche am Morgen und fahre anschließend mit dem Bus in die Stadt.

Downtown war mein Ziel. Zuerst am Beach-Drive entlang und dann mit dem Zweier in die Innenstadt. Bei Chinatown steige ich aus, mache einen kleinen Bummel und fahre Nachmittags wieder zurück. Der Einser fährt mir vor der Nase weg, so nehme ich nochmals den Zweier zurück. Am Marine-Hafen fotografiere ich die Kulisse mit dem Haus von Heinz drauf. Eine Postkarte haben sie nicht.

Nach dem Steak-Grillen im Garten kuckte ich das erste Mal nach langer Zeit wieder Fernsehen und sah mir ‚Who is a millionaire‘. Wer wird Millionär mit ähnlichen Fragen und Antworten. Nur dass sich die Zuschauer etwas verrückter aufführen als unsere.

 

 

2001 07 18 Stadtbummel

Mittwoch 18. Juli 2001

 

Victoria und Sooke

 

Vormittags machte Hans und ich einen Stadtbummel. Besorgten für Kristina ein Passepartout (a mätt) und Fotokopien von der Farbzeichnung vom Garfield und Kanada-Gänse über Vancouver.

Nachmittag waren wir bei Ute aus Miesbach (geboren in Tegernsee) und Dieter geboren in Potsdam. Beide wohnen zwischen Sybille und Sooke. Metchosin, das soviel heißt wie stinkender Fisch. Sie haben sich 1992 ein Haus mit Waldgrundstück direkt an der Süd-Ost-Küste von Vancouver Island gekauft.


 

Seit drei Jahren wohnen sie darinnen und stecken jede freie Minute in die Renovierung des Hauses.

Auf dem Nachhauseweg kehrten wir nochmals bei dem Griechen ein. Wir bestellten noch einmal den Vorspeisenteller und ließen es uns schmecken. Dazu Rose, Rezino oder Hans bekam ein Bier in einem Mug. (En halb-Lier-Glas oder Kriagl wie man bei uns sagt.

Abends hatten wir die Koffer sehr widerwillig gepackt.

 

2001 07 19 Heimat

Donnerstag 19. Juli 2001

 

Von Victoria zurück nach Deutschland

 

Die letzten Stunden.

Die letzten Minuten.

Sie schlichen nicht, sie rannten uns davon.

Wer teilt uns die Zeit ein?

Wer gab uns das Gefühl fuer lange oder kurze Abstände?

Wer?

Ich hatte wenig geschlafen.. Um vier Uhr wollte ich schon aufstehen, schliesslich war es in Deutschland schon ein Uhr Mittag.

Zeit zum Essen?

Nicht in Kanada, dafür  in Deutschland.

Ich drehte mich um und nickte kurz ein.

Fünf Uhr, der helle Tag lugte durch das Fenster.

Keine Verdunkelung.

Nur eine Fensterscheibe trennte uns von dem Morgen.

Sechs Uhr. Ich stand auf. Ich schreibe ein paar Zeilen und schaute kurz mal die Post durch.

Beide Söhne haben sich seit vierzehn Tagen nicht gemeldet?

Ich bin beunruhigt. Was ist los? Keine Zeit? Oder was sonst?

Die Buskarten hatte ich gestern gekauft. Statt dreissig Dollar, kosten sie nun drei Dollar mehr. Die Coach Pacific Line brachte uns ab zehn Uhr zur Fähre und zum Vancouver Airport. Das ist ein einfacher Weg. Fuer uns nochmals eine Fahrt durch Vancouver Island Süd und deren Inselwelt.

Ute's und Dieter's Sohn wohnt gleich bei Schwartz-Bay auf einer kleinen Insel. Hoch droben mit einem atemberaubenden Ausblick. Seine weißblau bayerische Fahne war zwar gehisst, aber wir konnten sie nicht entdecken.

Der Wind bläst intensiver als im Landesinneren.

Die Fähre brauchte ca. ein einhalb Stunden.

Zeit zum Essen oder geniessen.

Zeit die viel zu schnell vorbeigeht.

Je älter je schneller verrinnt die Zeit.

 

Die Pacific Coach Line durfte als erstes auf die Fähre und als erste wieder herunter. Dafür gab es extra Fahrspuren. Die Gegend um Tsawwassen kam uns vertraut vor.

Da die Route Zehn – die  Richtung am Fraser River entlang -  Richtung Hope und für viele der Beginn einer Rundreise durch Britisch Columbia. Im Hintergrund die Skyline von Vancouver Downtown mit dem angrenzenden Stanleypark. Seine Touristenattraktion ist der Totem-Pool-Bereich und für die Einheimischen das Sonnenfleckchen im Park zum Ausruhen.

In Vancouver Airport taten wir die Koffer einquecken, dann gingen wir umher und sahen uns alles in Ruhe an.

Die Touristenartikel die sie anbieten, zogen uns magisch an, wir kauften jedoch nichts. Wir hatten genug Handgepäck und brauchten nicht noch zusätzliche Last.

Auf dem Flug nach Calgary konnte ich die Landschaft die unter uns lag im klaren Sonnenschein genießen. Der Fraser-River wälzte seine braunen Wassermassen in mehreren Verzweigungen in den Pazifik. Man erkannte den Flusslauf und den Fluß-Knick an dem Hope lag.

Summerland im Okanagen-Tal konnte man ebenso gut erkennen, wie den Highway 97 den sie in die Bergwände hineingefräst haben.

Die scharfen Berg-Grate mit teilweise Schnee sahen von oben einfach toll aus.

Calgary lag bei 25 Grad  im Flach-Land eingebettet. Beginnend am ersten Juli-Wochenende war das Rodeo-Spektakel, bei dem wir aus Zeitgründen nicht waren. Richtung Westen entdeckte ich einen breiten wunderbaren senkrechten Regenbogen.  Seine Farbenpracht schillerte bis weit ins Land hinein.

 Nach der Landung durften wir eine halbe Stunde erst an unseren Terminal-Platz, da die North-West-Airline ein reparatur-bedürftiges Flugzeug stehen hatte.

Der Flug ging weiter durch Alberta und Sasketchewan. Unendlich weites  Land mit wenig Bevölkerung. Im Norden kommen noch die vielen Seen hinzu. An der westlichen Hudson-Bay vorbei sahen wir die aufgetauten Eisschollen auf dem Meer schwimmen. Es wurde dunkel. Dicke graue Wolken versperrten uns die Aussicht, darüber ein zartblauer Nachhimmelstreifen, ganz weit im Westen.

Wir mussten uns anschnallen, da wir in eine Schlechtwetterzone kamen. Es blitzte um uns herum und ließ die Teller in die Höhe hüpfen und die Getränke verschütten.

Fünf Minuten später war alles vorbei, der Morgen zog im Osten her. Der Horizont hatten einen zart-gelben bis zart-orangen Hintergrund. Davor auf einige Kilometer entlang kam ein himbeer-farbener Streifen unter der Wolkendecke hervor.

Trotz Verzögerung kamen wir Punkt dreizehn Uhr dreißig in München an.

 

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